04 August 2012, 13:31
Mir san koane Rowdies, ’s is koa Gaudi!
 
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Benedikt XVI. an die bayerischen Gäste in Castel Gandolfo: Die bayerische Kultur beruht darauf, dass wir im Einvernehmen mit der Schöpfung sind, im Einvernehmen mit dem Schöpfer selbst

Rom (kath.net/as) „Gott hat es uns in Bayern leicht gemacht. Er hat uns eine so schöne Welt geschenkt, ein so schönes Land, dass es leicht ist, zu erkennen, Gott ist gut, und froh darüber zu sein. Aber zugleich hat er geholfen, dass die Menschen dieses Landes aus diesem Ja heraus dem Land erst seine volle Schönheit gegeben haben, so dass es erst durch die Kultur der Menschen, durch ihren Glauben, ihre Freude, ihr Singen, ihre Musik, ihre Kunst so schön geworden ist, wie der Schöpfer es nicht alleine, sondern mit Hilfe der Menschen machen wollte“: Mit diesen Worten wandte sich Papst Benedikt XVI. am gestrigen Samstag an seine Gäste aus Bayern. Mit rund 1.000 Gebirgsschützen, Musikanten, Trachtlern und Pilgern, verteilt auf 19 Busse, war das Erzbistum München-Freising an diesem heißen Sommertag von Rom aus zum urlaubenden Papst gekommen und hatte dem sichtlich freudigen Papst einen besonderen Nachmittag bereit.

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Kath.net veröffentlicht die Ansprache des Heiligen Vaters an seine bayerischen Gäste:


Liebe Herren Kardinäle, liebe Mitbrüder, liebe Freunde!

Am Ende dieser bayerischen Stunde kann ich nur von Herzen „Vergelt’s Gott" sagen: Es war einfach schön, hier mitten in Latium, in Castel Gandolfo, zugleich in Bayern zu sein. Ich war richtig „dahoam" – und ich muß den Kardinal [Marx] beglückwünschen, daß er das Wort schon so schön aussprechen kann!

Wir haben empfunden, daß die bayerische Kultur eine fröhliche Kultur ist: „Mir san koane Rowdies, ’s is koa Gaudi", aber es ist fröhlich, von Freude durchtränkt; sie stammt aus innerem Zustimmen zur Welt, aus einem inneren Ja zum Leben, das ein Ja zur Freude ist. Sie beruht darauf, daß wir im Einvernehmen mit der Schöpfung sind, im Einvernehmen mit dem Schöpfer selbst und daß wir dadurch empfinden, daß es gut ist, ein Mensch zu sein. Natürlich muß man sagen: Gott hat es uns in Bayern leicht gemacht. Er hat uns eine so schöne Welt geschenkt, ein so schönes Land, daß es leicht ist, zu erkennen, Gott ist gut, und froh darüber zu sein. Aber zugleich hat er geholfen, daß die Menschen dieses Landes aus diesem Ja heraus dem Land erst seine volle Schönheit gegeben haben, so daß es erst durch die Kultur der Menschen, durch ihren Glauben, ihre Freude, ihr Singen, ihre Musik, ihre Kunst so schön geworden ist, wie der Schöpfer es nicht alleine, sondern mit Hilfe der Menschen machen wollte. Nun kann jemand sagen: Darf man sich eigentlich so freuen, wenn die Welt so voller Leid ist, wenn es so viel Dunkles und Böses gibt? Ist es dann erlaubt, so übermütig und fröhlich zu sein?

Und die Antwort kann nur lauten: Ja! – Denn mit dem Nein zur Freude dienen wir niemandem, machen wir die Welt nur dunkler. Und wer sich selbst nicht mag, kann auch dem anderen nichts geben, kann ihm nicht helfen und kann nicht ein Bote des Friedens sein. Wir wissen es aus dem Glauben und wir sehen es jeden Tag: Die Welt ist schön, und Gott ist gut. Und dadurch, daß er als Mensch unter uns hereingetreten ist, mit uns leidet und lebt, wissen wir es endgültig und handgreiflich: Ja, Gott ist gut, und es ist gut, ein Mensch zu sein. Wir leben aus dieser Freude, und aus dieser Freude heraus versuchen wir auch, anderen Freude zu bringen, dem Bösen zu wehren und Diener des Friedens und der Versöhnung zu sein.

Nun müßte ich eigentlich der Reihe nach allen einzelnen danken, aber das Gedächtnis eines alten Mannes ist nicht verläßlich, deswegen fang ich damit lieber nicht an. Aber danken möchte ich jedenfalls dem lieben Kardinal Marx, daß er diese Stunde eingefädelt hat, daß er Bayern nach Rom transportiert hat und so auch die innere Einheit christlicher Kultur uns fühlbar machte; danken, daß er Bayern aus unserer Diözese versammelt hat, von Niederbayern bis zum Oberland, vom Rupertigau bis ins Werdenfelser Land. Dank der Moderatorin, die uns ein so schönes Bayerisch geschenkt hat. Das trau ich mir nicht zu, bayerisch zu reden und zugleich nobel zu sein. Aber sie kann es. Dank allen Gruppen, den Bläsern … – ich fang aber jetzt doch nicht an.

Ihr wißt, alles hat mich im Herzen bewegt, ich bin dankbar und froh darüber … Natürlich, die Gebirgsschützen, die ich nur von Ferne habe hören können, die verdienen besonderen Dank, weil ich ein Ehrenschütze bin, obwohl ich seinerzeit nur ein mäßiger Schütze gewesen bin. Ja, und dann danke ich natürlich besonders Dir, lieber Kardinal Wetter, daß Du auch mitgekommen bist, mein direkter Nachfolger auf dem Stuhl des heiligen Korbinian. Du hast ein Vierteljahrhundert die Erzdiözese als guter Hirte geführt: Danke, daß Du da bist.







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