
Rom (kath.net/as) In den mit vielfältigen Beschäftigungen und Problemen erfüllten Tagen, aber auch in jenen, die der Ruhe und dem Entspannen gewidmet sind, ladet der Herr ein, nicht zu vergessen: Wenn es auch notwendig ist, sich um das materielle Brot zu kümmern und die Kräfte zu stärken, ist es noch grundlegender, die Beziehung mit ihm wachsen zu lassen, den Glauben an ihn zu stärken, der das „Brot des Lebens“ ist, das unser Verlangen nach Wahrheit und Liebe erfüllt.
Mit diesen Worten wandte sich Papst Benedikt XVI. am heutigen Sonntag an die zum Gebet des Angelus im Innenhof des Apostolischen Palasts von Castel Gandolfo versammelten Pilger und Besucher. Der Papst betonte, ausgehend vom Evangelium des 18. Sonntags im Jahreskreis (B: Joh 6,24-35), die innere Spannung zwischen dem „materiellen Brot“ und dem „Brot des Lebens“ und erinnerte dran, dass die Leute nach dem Wunder der Brotvermehrung Jesus suchen. Jesus jedoch habe wohl gewusst, warum sie ihm mit so viel Begeisterung folgten, und gesagt: „Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid“ (V. 26).
Jesus wolle den Menschen helfen, über die unmittelbare Befriedigung der – wenn auch wichtigen – materiellen Bedürfnisse hinauszugehen. Er wolle ihnen einen Existenzhorizont eröffnen, „der nicht einfach jener der täglichen Sorgen um das Essen, die Kleidung, die Karriere ist“.
Jesus, so Benedikt XVI., spreche von dem, was nicht vergehe: „Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird“ (V. 27). Die Menge aber verstehe wieder nicht und meine, Jesus fordere die Einhaltung von Vorschriften, um eine Fortführung des Wunders zu erlangen. So frage sie: „Was müssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen?“ (V. 28). Und Jesus antworte: „Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat“ (V. 29).
Der Mittelpunkt des Daseins, das, was dem oft schwierigen Lebensweg vollen Sinn und eine feste Hoffnung gebe, so der Papst, „ist der Glaube an Jesus, die Begegnung mit Christus“. Es handle sich nicht darum, einer Idee oder einem Plan zu folgen, sondern ihm als lebendige Person zu begegnen, sich völlig von ihm und seinem Evangelium einnehmen zu lassen. Jesus lade ein, nicht bei einem menschlichen Horizont stehen zu bleiben, sondern sich dem Horizont Gottes zu öffnen, dem Horizont des Glaubens. Christus fordere ein einziges Werk: „an den zu glauben, den er gesandt hat“.
Mose habe Israel das Manna gegeben, das Himmelsbrot, mit dem Gott selbst sein Volk genährt habe. Jesus „schenkt nicht etwas, sondern sich selbst: er ist das ‚das wahre Brot vom Himmel’ (V.32)“. So vollziehe sich in der Begegnung mit ihm die Begegnung mit dem lebendigen Gott. Jesus, das wahre Brot des Lebens, das unseren Hunger nach Sinn und Wahrheit stille, könne nicht durch Arbeit verdient werden. Er komme allein als Geschenk der Liebe Gottes, als Gottes Werk, das es zu erbitten und anzunehmen gelte.
Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:
Mit Freude grüße ich die Pilger und Besucher deutscher Sprache hier in Castel Gandolfo; heute besonders die Ministranten aus dem Bistum Augsburg. Heute fragen im Evangelium die Menschen, was sie tun müssen, damit sie die Werke Gottes vollbringen. Jesus sagt ihnen: „Das ist das Werk Gottes, dann tut ihr, was Gottes ist, wenn ihr an mich glaubt" (vgl. Joh 6,29). Der Glaube an Jesus ist der Weg ins Leben hinein, der Weg zum guten Leben. Durch den Glauben begegnen wir ihm, der das wirkliche Leben schenkt. Erst in einer solchen Begegnung wissen wir, erfahren wir, was Leben ist und das Verlangen unseres Herzens nach Sinn stillt. Vertrauen wir uns also Jesus an und werden wir eine Gemeinschaft in Christus, die dann auch ausstrahlt und seine Liebe den Menschen sichtbar macht. Der Herr segne und behüte euch alle.
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