
Warschau (kath.net/KNA/red) Ein Madonna-Konzert am Jahrestag des Warschauer Aufstands hat nach Auffassung des polnischen Hauptstadt-Erzbischofs Henryk Hoser das Gedenken an die Ereignisse von 1944 geschändet. Der Kirchenmann nannte die Show im Warschauer Nationalstadion «lästerlich, vulgär und zügellos».
Mit der Berufung auf die Freiheit der Kunst lasse sich «ohrenbetäubender Krach» an diesem Datum nicht rechtfertigen. «Dafür gibt es keine Entschuldigung», sagte Hoser nach Angaben der polnischen Nachrichtenagentur KAI am Donnerstag.
Alljährlich wird in Polen am 1. August der rund 200.000 Landsleute gedacht, die von deutschen Besatzern bei der Niederschlagung des Aufstandes ermordet wurden.
Den Zeitpunkt des Madonna-Auftritts hatten viele Polen kritisiert. Rund 55.000 Menschen unterstützten im Internet den Protestaufruf der konservativen Studentenorganisation «Kreuzzug der Jugend» gegen das Konzert. Kritisiert wurde darin auch, dass der Popstar bei seinen Konzerten den katholischen Glauben beleidige.
Aufgrund der katholischen Proteste hat die Warschauer Stadtregierung die Sängerin dann ersucht, im Laufe des Konzerts einen zweieinhalbminütigen Nachrichtenspot über den polnischen Aufstand 1944 ablaufen zu lassen. Das berichtet die US-Agentur Cathnews. Dies geschah auch, die tausenden Fans haben mit Applaus reagiert.
Das Nationalstadion liegt im Bistum Warschau-Praga unweit der Kathedrale von Erzbischof Hoser. Bereits 2009 hatte es in Polen Proteste gegen ein Madonna-Konzert an Mariä Himmelfahrt gegeben. Die katholische Kirche lehnte damals allerdings die Bitte des katholisch-rechtskonservativen Komitees um eine Messfeier zum Protest ab. Dies sei die falsche Form, so die Begründung.
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