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Neuer Trend bei US-Evangelikalen: Kritik an künstlicher Verhütung

3. August 2012 in Weltkirche, 5 Lesermeinungen
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Das einflussreiche evangelikale Magazin „Christianity Today“ ermutigte in manchen Artikeln die evangelikalen Christen sogar direkt dazu, sich in den Schulterschluss mit den Katholiken gegen Obamas Gesundheitsreform einzubringen.


Carol Stream (kath.net/LSN/pl) Die US-amerikanische Monatszeitschrift „Christianity Today“ hat in ihren letzten Ausgaben eine Reihe von Artikeln veröffentlicht, welche die gängige Praxis der Empfängnisverhütung kritisch beleuchten. Die auflagenstärkste evangelikale Zeitschrift der USA verstärkt damit aktiv den aktuellen Trend der letzten fünf Jahre, dass sich evangelikale Protestanten kritischer als bisher mit Pille und künstlicher Verhütung auseinandersetzen und sich häufig davon abwenden. Darüber berichtete „Lifesitenews“.

Der aktuell letzte Artikel in diesem Zusammenhang ist die Rezension des Buches „Adam and Eve and the Pill“ [Adam und Eva und die Pille] der katholischen Autorin Mary Eberstadt (Ignatius Press 2012). In der Rezension der evangelikalen Nachwuchsakademikerin Sharon Hodde Miller liest sich das so: „Nach Eberstadts Einschätzung hat uns die Verhütungspille in ein neues Zeitalter geführt, in welcher die Verantwortung von der Sexualität getrennt wurde. Doch es wäre zu leicht, mit dem Finger darauf zu zeigen, dass die säkulare Welt diese Reproduktionstechnologie bereitwillig akzeptiert hat. Denn auch die Christen sind Komplizen“ dieses Griffs der Technologie nach unserer Kultur. „Genau wie Nichtchristen wollen die meisten Christen nicht mehr gesagt bekommen, was sie mit ihrem Leib tun sollen. Und es war die Pille, welche diese Freiheit ermöglicht hat.“ Miller weist darauf hin, das „Pastoren die weitverbreitete sexuelle Gebrochenheit unserer Kultur nicht nur dadurch ansprechen können, dass sie zum Sex innerhalb der Ehe ermutigen. Sondern sie müssen auch die Ideologie und die Theologie hinter diese Gebrochenheit benennen, und der Ausgangspunkt für solche Diskussionen ist die Verhütung.“ Die Rezensentin nannte Eberstadts Angaben über Empfängnisverhütung „unbezweifelbar“ und folgerte: „wenn wir ernsthaft und christlich über Sex nachdenken wollen, dann müssen wir ernsthaft über die Verhütung nachdenken“.


In anderen Artikeln hatte „Christianity Today“ den wachsenden Schulterschluss zwischen den Evangelikalen und Katholiken gegenüber Obamas Gesundheitspolitik thematisiert, manche Artikel hatten die evangelikalen Christen sogar direkt dazu ermutigt, sich in diese Allianz mit den Katholiken einzubringen.

Diese neue Tendenz des Monatsmagazins, künstliche Geburtenkontrolle zu kritisieren, steht in scharfem Kontrast zu seiner Ausgangsposition Ende der 60-iger Jahre, führt „Lifesitenews“ weiter aus. Die Papstenzyklika „Humanae Vitae“ und ihre Ablehnung der künstlichen Verhütung war von den Herausgebern von „Christianity Today“ belächelt worden, eine Position, welche der Zeitschriftengründer Bill Graham teilte. Doch ursprünglich waren praktisch alle evangelikalen Gruppen gegen künstliche Empfängnisverhütung gewesen und hatten ihre Abwehr dagegen sogar länger durchgehalten, während die protestantischen „Mainline“-Konfessionen bereits in den 1930-iger Jahren in ihrem Widerstand erlahmten.


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Lesermeinungen

  4. August 2012 
 

@GudrunOOE für alle? Sie meinen wohl \"von denen die Geld verdienen bezahlt\" - für alle.
Doch das Geld von denen die das Geld verdienen geht flöten.. Von Solidarität keine Spur.

Diese ganzen Ämter und Kassen sind nur Räuber und Erpressungsmaschinen die mit \"Moral\" erpressen.

Und in Europa gehen die Staaten drauf deswegen.. Alle gehen pleite.

Templarii


0
 
 antony 3. August 2012 

Schön, dass auch in den USA...

... eine Annäherung von Evangelikalen und Katholiken zu bemerken ist. In Deutschland fällt mir das schon seit längerem auf (v.a. durch die extrem liebevolle Berichterstattung von idea.de, wenn es um den Heiligen Vater geht).

Bei allen Lehrunterschieden haben wir doch vieles, wofür wir gemeinsam einstehen können: Die Liebe zu Christus, Ihm ohne wenn und aber nachzufolgen, aber auch moralische Werte.


5
 
  3. August 2012 
 

@Kathole

Sie suchen eine Verschwörung wo keine ist.
Wie bitte kann die Gesundheitsreform Gay und Gender beeinflussen ? Beides geht weiter mit oder ohne Reform.
Im übrigen ist die R.k.Kirche wesentlich sozialer als in der EU und sie hat mehr echte gläubige (aktive) Christen als hier, mit dem hohen Anteil an Taufscheinchristen aber wenig Menschen die sich engagieren in der Kirche.


3
 
 Kathole 3. August 2012 
 

@GudrunOOE: Für wie dumm halten Sie uns denn?

Die sozialen Aspekte sind bei der Obama-Administration lediglich Blendwerk und Köder, um einfältige christliche Wähler über die zentrale Achse ihrer Regierungspolitik, im nationalen wie internationalen Bereich, nämlich das Vorantreiben der antichristlich motivierten Abtreibungs,- Gay- und Gender- Agenda, hinwegzutäuschen. Die US-amerikanischen Bischöfe sind jetzt zum Glück nicht mehr darauf hereingefallen. Vor ein paar Jahren ließen sich viele von Ihnen durch das soziale Blendwerk noch täuschen.

Wenn für die Obama-Administration wirklich die sozialen Anliegen im Vordergrund gestanden hätten, so hätte diese nur auf alle ideologisch verqueren Ansätze in ihren Gesetzesvorhaben verzichten und so ganz leicht den Widerstand der Mehrheit der katholischen Bischöfe im Lande brechen können. Daß sie das nicht taten, zeugt davon, daß genau die Aspekte, die nichts mit \"sozial\" zu tun haben, das eigentliche Anliegen der Obamanen waren.


6
 
  3. August 2012 
 

Unverständlich

Auch wenn man gegen Abtreibung und Verhütung ist, kann man doch nicht GEGEN die überwiegenden Vorteile einer sozialen Medizinischen für ALLE sein - wo bleibt da das christliche Gewissen ??


2
 

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