
Wien (kath.net/KAP) Ein Gericht soll im Herbst entscheiden, wem verschwundene Schätze aus dem Besitz der Dompfarre St. Stephan rechtmäßig zustehen, die derzeit im Internet zum Verkauf angeboten werden. Das wurde am Wochenende laut einem Bericht der "Kronenzeitung" bekannt und vom Wiener Dompfarrer Toni Faber gegenüber der APA bestätigt.
Laut "Kronenzeitung" dürften über eine Ex-Mitarbeiterin des Stephansdoms bereits vor vielen Jahren wertvoller Schmuck und sakrale Gewänder verschwunden sein. Jetzt seien Gegenstände im Internet, beim Wiener Dorotheum sowie bei einem Designhändler aufgetaucht.Der Erbe fühle sich als rechtmäßiger Eigentümer. Dompfarrer Faber will jedoch gerichtlich klären lassen, wem die Objekte rechtmäßig zustünden. Dass der Restauratorin als Lohn für geleistete Dienste z.B. eine wertvolle Stola oder andere Paramente überlassen wurden, sei unvorstellbar, erklärte Faber gegenüber "Wien heute" am Sonntagabend. "Es müsse sich um "ein Missverständnis oder um eine Verwechslung" handeln.
Die Ex-Mitarbeiterin, laut Faber eine Restauratorin, ist 2009 verstorben. Der Enkel und Erbe wollte die Kunstwerke - unter anderem ein Grabesritterkelch, ein Bischofsring mit Edelsteinen, sowie eine barocke Stola aus dem sogenannten Breuner Ornat - verkaufen. Der Breuner Ornat stammt aus dem 17. Jahrhundert und wird vom Wiener Erzbischof am Stefanitag (26. Dezember) getragen.
Bei den bereits vor Jahrzehnten verschwundenen Wertgegenständen und Kunstschätzen ist laut Faber nie klar gewesen, wie sie abhandengekommen seien. Der Erbe hätte die Objekte jetzt ganz normal verkaufen wollen. Faber: "Wir wollen einfach die Rechtmäßigkeit der Eigentümerschaft geklärt haben." Dem Mann selbst sei offenbar nichts vorzuwerfen.
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