
Warschau (kath.net/KNA) Die katholischen Bischöfe Polens haben die Bevölkerung zu freiwilligem Alkoholverzicht im Monat August aufgerufen. Wer ohne Alkohol feiern könne, müsse sich nicht schämen, heißt es in einem am Sonntag in den Gottesdiensten verlesenen Hirtenbrief der Polnischen Bischofskonferenz. Dies sei ein Zeichen von Klugheit und Verantwortung. Die Oberhirten appellierten an die Politiker, Minderjährige zu schützen und den Ausschank nicht weiter zu liberalisieren. Es sei «nicht hinnehmbar», dass eine Alkoholverkaufsstelle auf weniger als 200 Einwohner komme. Viele seien zudem unweit von Schulen, Kirchen und Krankenhäusern angesiedelt.
Nach Angaben der Bischöfe sind eine Million Polen Alkoholiker, zwei Millionen Kinder leben in Familien mit Suchtkranken. 14 Prozent der Erwachsenen tränken in «riskanten und schädlichen» Ausmaßen. Die Bischofskonferenz beklagt, dass der Alkoholkonsum in vielen Familien zum Alltag gehöre und Kindern als Beispiel diene. Immer noch tränken viele Schwangere. Die Oberhirten kritisieren eine «egoistische Einstellung» von Ehemännern, die ihre Frauen während der Schwangerschaft nicht in der Abstinenz unterstützten, sondern sie häufig zum Alkoholkonsum überredeten.
Als wichtigste Schule zum verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol nennen die Bischöfe die Familien. Eltern sollten Alkoholkonsum nicht vorleben und ihren Kindern verbieten, mit Freunden an Trinkgelagen teilzunehmen. Die Bischofskonferenz empfiehlt den Polen, sich Gruppen anzuschließen, die gemeinsam versuchen, abstinent zu leben. Die katholische Kirche in Polen begeht den August seit 28 Jahren als «Monat des Alkoholverzichts».
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