24 Juli 2012, 07:40
Amoklauf beim Batman-Film: Wie Christen auf das Blutbad reagieren
 
Hildegard13
 
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Musikerin durch Kopfschuss schwer verletzt – Mutter schützt ihre Töchter.

Aurora (kath.net/idea) Der Schock sitzt tief: Auch die christliche Welt in den USA ist entsetzt über das Blutbad, das ein junger Mann am 19. Juli in einem Kino von Aurora (Bundesstaat Colorado) angerichtet hat.

Der 24-jährige Doktorand der Neurowissenschaften James Eagan Holmes war in schwarzer Verkleidung und Gasmaske in die Mitternachtsvorstellung des neuen Batman-Films „The Dark Knight Rises“ (Der finstere Ritter erhebt sich) eingedrungen, hatte eine Tränengaspatrone gezündet und dann wahllos auf Besucher geschossen, darunter auch Eltern mit Kleinkindern.

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Zwölf Menschen wurden getötet und 58 zum Teil schwer verletzt. Einen Kopfschuss erhielt die christliche Musikerin Petra Anderson; sie wurde jedoch erfolgreich operiert und ist am Leben. Eine weitere Christin, Marie Isom, befand sich mit ihren 14- und 16-jährigen Töchtern in dem Kino. Sie warf sich auf die Kinder, um sie zu schützen. Alle drei konnten sich ins Freie retten. Sie habe während des Amoklaufs damit gerechnet, bald in der Ewigkeit zu sein, teilte Isom dem Informationsdienst Assist mit. Ihr seien Worte aus Psalm 56 durch den Kopf gegangen: „Auf Gott will ich hoffen und mich nicht fürchten. Was können mir Menschen tun?“

War der Täter Kirchgänger?

Auch Holmes, der nach der Tat festgenommen wurde, ist offenbar Kirchgänger. Er habe eine evangelische Gemeinde besucht, berichtet die Internet-Zeitung Christian Post. Sie zitiert Pastor Scott Bloyer von der Elevation Christian Church, der den unscheinbar auftretenden Mann in den letzten Monaten dort gesehen haben will. Er kenne ihn jedoch nicht näher. Die Motive des Täters sind weiter unklar. Er hatte die Tat offenbar seit langem geplant und auch seine Wohnung mit Sprengfallen und Munition ausgestattet. Im Juni hatte er seine Studien ohne Gründe abgebrochen. Er wird in Untersuchungshaft auf seinen Geisteszustand untersucht.

Filmexperte: Christliche Botschaft verkünden

Bei der Suche nach den Ursachen des Amoklaufs greifen viele naheliegende Erklärungen zu kurz, sagte der christliche Hollywood-Experte Ted Baehr (Camarillo/Bundesstaat Kalifornien). Manche Kommentatoren machten die zunehmende Gewalt in Filmen verantwortlich, so der Präsident der christlichen Film- und Fernsehkommission der USA. Doch handele gerade dieser Batman-Streifen von Gerechtigkeit und Selbstaufopferung. Andere gäben den lockeren Waffengesetzen oder sozialer Ungerechtigkeit in den USA die Schuld.

Doch die eigentliche Ursache liege tiefer: „Dies ist eine böse Tat eines bösen Menschen, der die Botschaft Jesu Christi nicht kannte, die ihn von seiner Bosheit erlösen kann.“ Die beste Reaktion auf solche Taten sei nicht der Ruf nach strengeren Gesetzen, sondern die Aufforderung, die christliche Botschaft zu verkünden. Die Frucht des Heiligen Geistes sei Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung“ (Galater 5,22). Es räche sich, wenn man diese Botschaft aus der Gesellschaft verbanne.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen

Unterdessen haben christliche Gemeinden in Aurora und Umgebung besondere Gebetswachen und Gottesdienste im Gedenken an die Opfer veranstaltet. Der christliche Autor Lee Strobel sollte am 22. Juli in der Cherry Hills Community Church über Familie sprechen. Er änderte sein Thema: „Warum lässt Gott Tragödien und Leid zu?“ Auch andere evangelische und katholische Gemeinden hielten besondere Gottesdienste ab. Mitarbeiter des Katastropheneinsatzteams der Billy-Graham-Gesellschaft standen als Seelsorger zur Verfügung. US-Präsident Barack Obama zeigte sich entsetzt und erschüttert über die Bluttat. Er und sein voraussichtlicher republikanischer Herausforderer bei der Präsidentschaftswahl im November, Mitt Romney, riefen das amerikanische Volk zum Gebet für die Hinterbliebenen der Opfer und die Verwundeten auf.






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