
Berlin (kath.net/idea) Sein Einsatz für das religiöse Recht von Juden und Muslimen auf Beschneidung ihrer Söhne hat dem Ersten Parlamentarischen Geschäftsführer von Bündnis ’90/Die Grünen im Bundestag, Volker Beck (Foto), massiv ablehnende bis hasserfüllte Reaktionen im Internet eingebracht. „Man merkt: Auch die Weltanschauung des Atheismus kann fundamentalistische Züge annehmen“, sagte der menschenrechtspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion dem Internet-Portal Zeit-Online. Strafanzeige habe er gegen einen E-Mail-Autor erstattet, der ihn als „Judenknecht“ tituliert habe, der dem Zentralrat der Juden „in den Arsch kriecht“.
Der 51-jährige bekennende Homosexuelle hatte sich in einer Bundestagsdebatte vehement für das Recht auf religiöse Beschneidungen eingesetzt. Zuvor hatte das Kölner Landgericht die Beschneidung kleiner Jungen als strafbare Körperverletzung gewertet und damit einen Sturm der Empörung im Judentum und Islam entfacht. In einem fraktionsübergreifenden Beschluss forderte der Bundestag am 19. Juli die Bundesregierung auf, bis zum Herbst einen Gesetzentwurf vorzulegen, der sicherstellt, dass eine medizinisch fachgerechte Beschneidung von Jungen ohne unnötige Schmerzen grundsätzlich möglich ist.
Unverständnis von Religion
Wie Beck jetzt sagte, hätten sich viele Juden bei ihm bedankt. Aber bei den meisten Reaktionen sei ein tiefes Unverständnis von Religion zu spüren. Da werde die Ausübung von Religion als politischer Anspruch erlebt, das ganze Leben bestimmen zu wollen. Der religiös neutrale Staat müsse aber die Rechte der Nicht-Glaubenden ebenso achten wie die der Glaubenden.
Als Angehöriger einer Minderheit – der Homosexuellen – setze er sich ebenso für Roma, Behinderte, Prostituierte und religiöse Minderheiten ein, auch wenn er etwa bei manchen Muslimen, Juden und Christen wegen seiner sexuellen Orientierung auf Ablehnung stoße. Er sehe es als Aufgabe eines Politikers an, sich der Verletzung der Menschenwürde entgegenzustellen. Beck kritisiert seit langem unter anderem Evangelikale, die Homosexualität als Sünde oder als heilbare Krankheit ansehen.
Foto: (c) Wikipedia/Mathias Schindler
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