20 Juli 2012, 11:00
Kardinal Dolan: 'Sie und ich sind Missionare'
 
Hildegard13
 
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New Yorker Erzbischof schreibt angesichts des Faktums, dass sein eigenes Erzbistum Missionsgebiet ist: „Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich brauche das Jahr des Glaubens, das im Oktober anfängt“.

New York (kath.net/pl) “Sie und ich sind Missionare”. Das schreibt Timothy Kardinal Dolan, Erzbischof von New York und Vorsitzender der US-amerikanischen Bischofskonferenz, in seinem Blog “The Gospel in the Digital Age” [Das Evangelium im digitalen Zeitalter]. „Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich brauche das Jahr des Glaubens, das im Oktober anfängt. Und ich brauche die Synode über die Neuevangelisierung in Rom in diesem Herbst.“

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Dolan geht in seinen Überlegungen von einer Bemerkung des Erzbischofs Charles Chaput aus, der seine Erzdiözese Philadelphia neulich „wirklich ein Missionsgebiet“ genannt hatte. Kardinal Dolan beschreibt: „Ja, ich musste dies zweimal lesen. Missionsgebiet Uganda? Klar… Missiongebiet Peru? Ja… Missionsgebiet Alaska? Meinetwegen… Aber Philadephia? Jetzt aber! Diese Erzdiözese ist doch auf ihre Art der Inbegriff einer robusten, intakten, zusammenhängenden katholischen Infrastruktur! Gemeinden, Schulen, Apostolate und Dienste in rauen Mengen. Eine großer katholischer Bevölkerungsanteil, mit Kardinälen unter den früheren Erzbischöfen, reichlich Berufungen, fast eineinhalb Millionen Katholiken, welche stolz auf und eifrig in ihrem Glauben sind, richtig?“

„Was ist also mit ‚Missionsgebiet‘ gemeint? Schwindelt Erzbischof Chaput?“, fragt Dolan weiter. „Nein. Vielmehr, so befürchte ich, trifft er ins Schwarze. Und wissen Sie: Unsere geliebte Erzdiözese New York ist ebenfalls Missionsgebiet!“ Wie dies übrigens jede Diözese sei, und „jeder engagierte Katholik ist ein Missionar. Dies ist das Herz dessen, was der selige Johannes Paul II. und Papst Benedikt XVI. die ‚Neuevangelisierung‘ nennen.“ Der New Yorker Erzbischof erinnerte sich daran, wie man darüber gelächelt hat, als sich vor 55 Jahren in seiner damaligen Heimatpfarrei ein irischer Frauenorden niedergelassen hat und sich die Schwestern demütig als „Missionarinnen“ bezeichneten. „Das kann ja wohl nicht sein, kicherten wir: Wir sind seit Generationen katholisch; wir haben eine Pfarrei und eine [katholische] Schule, die katholische Kirche ist stark, stolz, gesund und steht aufrecht. Wir sind nicht Afrika! Wir sind kein Missionsgebiet!“ Aber doch, „genau das sind wir! Die Schwestern hatten recht“, ebenso habe Erzbischof Chaput recht, erläutert Dolan. „Möglicherweise sind wir zu arrogant geworden. Wir haben unseren katholischen Glauben als selbstverständlich angesehen. Wie Erzbischof Chaput beobachtet hat, ist das große Problem, dass sich eine Dumpfheit ‚in das kirchliche Leben eingeschlichen hat, mit Zynismus und Verbitterung im Gefolge,... welche einem echten Leben aus dem Glauben die Luft abschnürten‘."

Dolan ruft dazu auf, den Zynismus durch Vertrauen zu ersetzen, das verzweifelte Ringen der Hände durch das Falten der Hände zum Gebet, Dumpfheit durch Mut, und sich um die Kirche zu sorgen wie um ein kleines und empfindliches Senfsamenkorn, wie es Jesus gesagt hat. Und „wir“ selbst sind die Missionare, ohne deren eigene Bekehrung man nicht in das Herz der gegenwärtigen Krise treffen könnten, schließt Dolan.

kathTube-Kurzvideo: Timothy Dolan, new cardinal: It´s not a promotion, it´s a higher calling to serve the Church







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