
Jerusalem (kath.net/KNA) Mehrere nationalreligiöse Rabbiner haben den Bibelunterricht an staatlich-religiösen Schulen in Israel kritisiert. Wie die Zeitung «Jerusalem Post» (Mittwoch) berichtet, bemängeln die Rabbiner in einem Brief an die Verantwortlichen die aus ihrer Sicht zu stark von einem kulturellen Ansatz geprägte Bibeldidaktik. Dies bedrohe die religiöse Entwicklung der Jugend. Hauptunterzeichner ist laut dem Bericht der führende nationalreligiöse Rabbiner Dov Lior, der für Hebron und Kirjat Arba zuständig ist.
Beim Bibelunterricht müsse klar sein, dass es nicht um bloße historische Erzählungen gehe, sondern um Lehren, die es im eigenen Leben umzusetzen gelte, betonten die Rabbiner. Der geltende Lehrplan erfülle dieses Ziel nicht. Zudem enthalte er Sichtweisen auf das rabbinische Judentum und Bibeldeutungen, die mit dem jüdischen Religionsrecht nicht vereinbar seien. So sei etwa Bibelkritik Teil des Lehrmaterials. Auch würden biblische Personen teils negativ gezeichnet. Ein solcher Unterricht sei «Verrat und falsche Darstellung der jüdischen Tradition».
Das Bildungsministerium wies die Vorwürfe laut der Zeitung zurück. Die Lehrpläne seien von einem Fachkomitee unter Vorsitz von Rabbiner Eli Asis, Präsident der biblischen Fakultät der Bar-Ilan-Universität, sowie dem Präsidenten der Thoraschule der Klagemauer, Jeschajahu Hadari, erstellt worden.
Das israelische Schulsystem umfasst verschiedene Schultypen. Neben säkularen und nationalreligiösen staatlichen Schulen gibt es vor allem im ultraorthodoxen Milieu eine Reihe von privaten Schulen. Der Schulbesuch ist bis zum 16. Lebensjahr verpflichtend.
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