
Rom (kath.net/as) Am heutigen Sonntag besuchte Papst Benedikt XVI. den bekannten Ort Frascati im Umland von Rom und feierte auf dem Platz vor der Kirche „San Pietro“ die heilige Messe. Frascati ist ein beliebtes Ausflugsziel der Romtouristen und für seinen Wein bekannt. Seit 1960 ist Frascati Partnerstadt von Bad Godesberg, einem einstigen Wohnort Benedikts XVI. Das Bistum Frascati gehört zu den sieben sogenannten suburbikarischen Bistümern. Die suburbikarischen Diözesen gehen auf die ersten Diözesen zurück, die in der Zeit des frühen Christentums „um Rom herum“ entstanden waren. Frascati ist das Titularbistum eines Kardinalbischofs. Gegenwärtig ist dies Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone.
Bei der Verkündigung Christi geht es um die Wahrheit, nicht um Konsens, so Benedikt XVI. in seiner Predigt ausgehend von den Lesungen des heutigen 15. Sonntags im Jahreskreis. Christus müsse verkündigt werden, ohne sich dabei um den Erfolg zu sorgen, in dem Bewusstsein, dass die gesandten Gottes oft nichtgut aufgenommen werden. Der Papst forderte die Christen auf, „das Konzil neu zu lesen“, um die Schönheit des Kircheseins zu entdecken
Die Tatsache, dass Christus einige Jünger dazu berufe, direkt an seiner Sendung mitzuarbeiten, offenbare einen Aspekt seiner Liebe. Er weise die Hilfe nicht zurück, die andere Menschen seinem Werk leisten könnten. Er kenne ihre Schwächen und Grenzen, verachte sie darum jedoch nicht, sondern verleihe ihnen durch die Aussendung Würde. Eine sehr wichtige Weisung Christi sei dem Evangelium zu entnehmen (Mk 6, 7-13). Die Zwölf dürften sich nicht damit zufrieden geben, die Umkehr zu predigen. Zur Verkündigung gehöre nach dem Beispiel Jesu die Sorge um die Kranken. Die apostolische Sendung „muss immer die beiden Aspekte der Verkündigung des Wortes Gottes und der Offenbarung seiner Güte mit Gesten der Nächstenliebe umfassen“.
Die zweite Lesung (Eph 1, 3-14) zeige die Fruchtbarkeit der Sendung der Zwölf. Paulus danke im Hymnus aus dem Epheserbrief Gott: „Gepriesen sei Gott, der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus: Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel“ (1,3). Die Erfahrung der Zwölf „ist die Vorwegnahme einer weiteren Sendung gewesen, einer reicheren Verkündigung“, so der Papst. Gott improvisiere seine Gaben nicht, sondern bereite sie zeitig vor. So sei das Leben als Christen reich an Verheißungen und Hoffnung, „da wir Erben geworden sind. Wir sind dazu bestimmt, in Fülle und auf ewig in der Gemeinschaft mit Gott zu leben“.
Benedikt XVI. erinnerte daran, wie wichtig es sei, die Ausbilder gut auszubilden, wie dies Jesus mit seinen Jüngern getan habe. So sei es schön und begeisternd zu sehen, „dass wir nach 2000 Jahren noch diesen Einsatz Christi für die Ausbildung weitertragen“, ausgehend von den Eltern, die in der Familie ihre erzieherische Funktion erfüllten, den Pfarrern und allen Priestern: „Alle leben eine vorrangige Dimension der Erziehung“.
Der Herr rufe alle und verteile unterschiedliche Gaben und Aufgaben in der Kirche. Er berufe zum Priestertum, zum geweihten Leben, zur Ehe und zum Einsatz als Laien in der Kirche und in der Gesellschaft. Es sei wichtig, dass der Reichtum der Gaben angenommen werde, besonders unter den jungen Menschen.
Auch in einer Stadt wie Frascati bedürfe es der Neuevangelisierung. Deshalb legte der Papst den Gläubigen besonders das kommende Jahr des Glaubens ans Herz, das im Zeichen des 50. Jahresstages der Eröffnung des II. Vatikanischen Konzils stehe. Dessen Dokumente „enthalten einen enormen Reichtum für die Ausbildung der neuen christlichen Generationen“: „Lest sie neu, vertieft sie mit Hilfe der Priester und Katecheten, und versucht, sie in den Pfarreien, Vereinigungen und Bewegungen in die Praxis umzusetzen“.
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