
Econe (kath.net/KNA) Die Leitung der ultrakonservativen Piusbrüder hat sich offenbar auf eine gemeinsame Haltung gegenüber dem Vatikan geeinigt. Zum Abschluss des Generalkapitels im schweizerischen Econe dankte der Generalobere Bernhard Fellay am Samstagabend «für die tiefe Einheit» unter den Teilnehmern. Die traditionalistische Bruderschaft kündigte «eine allgemeine Erklärung an Rom» an; sie soll «in Kürze» veröffentlicht werden. Das geht aus einem knappen Kommunique der Bruderschaft hervor. Einzelheiten wurden nicht mitgeteilt.
Das Generalkapitel hatte am Montag begonnen. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob die Piusbrüder eine vom Vatikan vorgelegte «Lehrmäßige Erklärung» unterzeichnen. Dies ist Voraussetzung für eine mögliche Aussöhnung mit Rom. Im Vorfeld des Treffens waren dazu unterschiedliche Positionen der Bischöfe der Priesterbruderschaft deutlich geworden, die von Rom nicht anerkannt sind. Zu ihnen zählt der Holocaust-Leugner Richard Williamson.
Die Bruderschaft wurde 1970 von dem französischen Erzbischof Marcel Lefebvre gegründet und lehnt die Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) ab. Indem Lefebvre 1988 ohne päpstliche Zustimmung vier Priester seiner Bruderschaft zu Bischöfen weihte, zogen sich alle fünf die Exkommunikation zu. Diese Kirchenrechtsstrafe hob Papst Benedikt XVI. im Januar 2009 auf. Seit Ende 2009 führt der Vatikan Gespräche mit der Bruderschaft über strittige Lehrfragen. Im Herbst legte der Vatikan den Piusbrüdern die «Lehrmäßige Erklärung» über grundlegende Glaubenslehren der katholischen Kirche zur Unterzeichnung vor.
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