
Mainz (kath.net/KNA) Durch gewalttätige Angriffe auf Polizisten, aber auch durch das Verteilen des Koran in deutschen Fußgängerzonen sind die Salafisten in den vergangenen Monaten in die Schlagzeilen geraten und erregten viel Aufsehen. Dabei ist diese ultrakonservative Strömung unter den Muslimen hierzulande schon lange aktiv. Für sie steht der Koran über den deutschen Gesetzen. Gezielt versucht sie, neue Anhänger zu gewinnen und Jugendliche an sich zu binden. Für das Politmagazin «Report-Mainz» beobachten die Journalisten Eric Beres und Fritz Schmaldienst die salafistische Szene. Vor über einem Jahr begannen sie mit den Vorbereitungen für ihren am Montag um 22.45 Uhr in der Reihe «Die Story im Ersten» ausgestrahlten Film «Im Netz von Salafisten. Wie radikale Muslime junge Menschen verführen».
Fachleute schätzen die Zahl der Salafisten in Deutschland auf bis zu 5.000. Nicht alle unter ihnen sind aktiv gewaltbereit. Aber es gibt Hassprediger, die ihre Zuhörer dazu anstacheln, gegen die «Ungläubigen» zu kämpfen, den Propheten mit allen Mitteln zu verteidigen und in den heiligen Krieg zu ziehen. Im Visier haben sie bei ihrer Mission sowohl junge Muslime als auch junge Deutsche auf Orientierungssuche. In ihrem Film befassen sich die beiden Autoren unter anderem mit dem Schicksal von zwei deutschen Konvertiten.
An einem Infostand in der Fußgängerzone bekommt Katharina, eine junge Frau aus der Nähe von Pforzheim, erstmals Kontakt zu der «Gemeinschaft deutschsprachiger Muslime». Bald will sie alles tun, um eines Tages ins Paradies zu gelangen. Sie konvertiert und wird schließlich mit einem Mann aus der Gruppe verheiratet. Ihre Eltern sagen: «Wir haben unsere Tochter an die Salafisten verloren». Danny R. aus Berlin radikalisiert sich so sehr, dass er sich im September 2009 den «Deutschen Taliban Mudschahidin» anschließt, die im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet im Einsatz waren. Dort stirbt er 2010 im Kampf gegen die pakistanische Miliz.
Aufgewiegelt werden die Anhänger durch Prediger wie Abu Abdullah. Die Autoren konfrontieren ihn mit seinen Aussagen, doch er weicht in seinen Antworten geschickt aus und klagt über ungerechte Behandlung. Auf die Machenschaften dieser Männer reagiert Claudia Dantschke mit Aufklärung. Die Leiterin der Arbeitsstelle «Islamismus» beim Zentrum Demokratische Kultur in Berlin erklärt in Vorträgen Sozialarbeitern, Kommunalpolitikern und Eltern, woran man die Hinwendung zum Salafismus erkennt und was man dagegen tun kann. Dabei zeigt sie viel Mut. Bewundernswert ist auch der Einsatz von Ulf G. Er berichtet darüber, wie er im Islamischen Kulturzentrum in Bremen immer tiefer in die Szene hereingezogen wurde, bis ihm Zweifel kamen. Vor der Kamera bleibt er aus Angst anonym.
Hinweis: «Die Story im Ersten: Im Netz von Salafisten. Wie radikale Muslime junge Menschen verführen». Film von Eric Beres und Fritz Schmaldienst. ARD, Mo 16.7., 22.45 - 23.30 Uhr.
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