12 Juli 2012, 10:45
Papst lauscht Barenboim-Konzert zum Benedikt-Fest
 
Hildegard13
 
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Staatspräsident Napolitano am Mittwochabend unter den Gästen - Benedikt XVI. würdigt Zusammenspiel der jungen Musiker des "West-Eastern Divan Orchestra" aus Israel und arabischen Nachbarstaaten

Rom (kath.net/KAP) Ein Beethoven-Konzert aus Anlass des Festes des "Papstpatrons" Benedikt von Nursia, dargeboten von Daniel Barenboims "West-Eastern Divan Orchestra", konnte Benedikt XVI. am Mittwochabend im Kleinen Hof der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo genießen. In einer Dankansprache vor dem italienischen Staatspräsidenten Giorgio Napolitano und den jungen Musikern aus Israel und den arabischen Nachbarstaaten lud der Papst dazu ein, "alle sich bietenden Felder der Verständigung zu nutzen, um den Frieden voranzubringen".

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Die Begrüßung hielt der Präsident des Päpstlichen Kulturrats, Kardinal Gianfranco Ravasi. Er betonte, dass die Musiker nicht nur durch den Glauben "an den einen gemeinsamen Gott" vereint seien, sondern auch durch die Musik - "eine wahrhaft universelle Sprache der Menschheit".

In seiner Rede würdigte Benedikt XVI. den Beitrag des "West-Eastern Divan Orchestra" zur Völkerverständigung im Nahen Osten. Er sei sehr erfreut, ein Orchester zu empfangen, das aus der Erfahrung entstanden sei, dass Musik die Menschen über alle Grenzen hinweg verbinde, so der Papst. Das Orchester vereint Israelis, Palästinenser und Araber aus anderen Ländern sowie Menschen jüdischen, muslimischen und christlichen Glaubens. Diese verbänden höchste musikalische Kunstfertigkeit mit einem ethischen und spirituellen Anliegen.

Seine eigene Generation, sagte der Papst, habe ebenso wie jene der Eltern Barenboims, die Tragödien des Zweiten Weltkriegs und der Shoah miterlebt. Vor diesem biografischen Hintergrund sei es von besonderer Bedeutung, dass Barenboim ein solches Orchester ins Leben gerufen habe.

In den zwei aufgeführten Symphonien spiegelten sich zwei zentrale Gesichtspunkte des Lebens, das Drama und der Frieden, führte der Papst aus. Die Symphonie Nr. 6 trägt den Beinamen "Pastorale", die Symphonie Nr. 5 wird als "Schicksalssymphonie" bezeichnet. Beethovens Botschaft laute, dass Frieden nur durch persönliche und gemeinschaftliche Umkehr, Dialog und die beharrliche Suche nach Übereinstimmungen erreicht werden könne.

Barenboim und sein Orchester hatten bereits Anfang Juni in der Mailänder Scala vor dem Papst musiziert. Auf dem Programm stand damals die 9. Symphonie von Beethoven.

Das Gastspiel in den Albaner Bergen war die zweite Station einer Europatournee des 1999 von Barenboim gegründeten Orchesters. Unter den Konzertgästen im Innenhof des päpstlichen Palastes waren auch derfrühere UN-Generalsekretär Kofi Annan und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit.

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