13 Juli 2012, 07:40
Bayern: Bau eines islamischen Zentrums
 
Hildegard13
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Islam'
Evangelischer Landesbischof Bedford-Strohm: Einen dialogbereiten Islam unterstützen. Zur möglichen Finanzierung des schätzungsweise 30 bis 40 Millionen Euro teuren Zentrums wurden Kontakte zum arabischen Wüstenstaat Katar aufgenommen.

München/Penzberg (kath.net/idea) In München soll ein Zentrum für Islam in Europa (ZIEM) entstehen, das eine Moschee, ein Gemeindezentrum, eine Akademie und ein Museum umfasst. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern begrüßt das Vorhaben. Gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea sagte deren Sprecher Johannes Minkus (München), die Kirche erwarte, dass im ZIEM ein offener Dialog zwischen muslimischen und christlichen Gelehrten und Gläubigen geführt werde. Die Theologie und die Praxis des Islam sollten in der Mitte der Gesellschaft „sichtbar, diskutierbar und natürlich auch kritisierbar“ werden.

Werbung
romwallf


Die Initiative für das ZIEM geht von dem Imam Benjamin Idriz (Penzberg/Oberbayern) aus, den die Kirche laut Minkus als „glaubwürdigen Streiter für einen dialogfähigen, nicht-fundamentalistischen Islam“ betrachtet. Nach einem Besuch in der Penzberger Moschee am 10. Juli forderte Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (München), „einen solchen dialogbereiten, weltoffenen und demokratisch engagierten Islam“ zu unterstützen. Bereits sein Vorgänger, Johannes Friedrich (Windsbach/Mittelfranken), hatte Idriz als einen Menschen gewürdigt, der sich auf einen muslimisch-christlichen Dialog einlasse und die gesellschaftliche Verantwortung der Religionen und ihrer Gemeinden bejahe. Zur möglichen Finanzierung des schätzungsweise 30 bis 40 Millionen Euro teuren Zentrums hat Idriz Kontakte zum arabischen Wüstenstaat Katar aufgenommen. Dazu sagte Minkus, dass potentielle Geldgeber die bislang geplante inhaltliche Ausrichtung des Zentrums nicht verändern dürften.

Fördert Katar religiösen Dialog?

Medien wie „Welt Online“ berichten hingegen über „das falsche Spiel des islamistenfreundlichen Katar“. Nach ihren Informationen unterstützt der arabische Staat unter anderem die radikal-islamische Organisation Hamas, den libyschen Zweig von El Kaida, die Muslimbrüder in Tunesien und den islamistischen Teil der syrischen Opposition sowie die afghanischen Taliban, die ein Kontaktbüro in Katar haben. Kritiker bezweifeln, dass ein Land, das Menschenrechte und Religionsfreiheit grob verletze, im Ausland an einem interreligiösen Dialog interessiert sei. In Katar konnte 2008 eine katholische Kirche gebaut werden. Sie darf jedoch weder einen Glockenturm noch Kreuze an der Fassade haben.






Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 

meist kommentierte Artikel

Oberster römischer Exorzist: Papst hat einen Exorzismus vollzogen (64)

Der Exorzismus des Papstes (51)

Sexueller Missbrauch: Wie pädophilenfreundlich waren die Grünen? (42)

Sich nicht in das Leben des Anderen einmischen! (41)

Qui tacet, consentire videtur? (32)

Streit über Meisners Kritik an deutscher Familienpolitik (29)

Selbstherrlicher Ungehorsam begründet keine ‚Kommunio‘ (29)

Kardinal Meisner: Der neue Papst ist kein Reformer (26)

'Christ & Welt', (k)ein Adelsexperte und kein 1. April-Scherz (23)

Direktor der Vatikanischen Museen kritisiert modernen Kirchenbau (20)