12 Juli 2012, 14:00
Ein Sadomaso-Bestseller und die Weltbild-Doppelmoral
 
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Die kath. Verlagsgruppe lässt ein umstrittenes Erotik-Produkt kritisieren, verkauft wird es aber trotzdem. Weltbild verteidigt die Strategie, für die Carel Halff verantwortlich ist. Dieser wird von einflussreichen deutschen Kirchenkreisen gedeckt

Augsburg (kath.net/KNA/red) Die katholische Verlagsgruppe Weltbild hat den Vorwurf der Doppelmoral im Zusammenhang mit dem Sadomaso-Bestseller «Shades of Grey - Geheimes Verlangen» zurückgewiesen. Der Roman der britischen Autorin E.L. James, erschienen in einem Verlag der Bertelsmann-Gruppe, sei «omnipräsent im gesamten Markt». Das sagte eine Weltbild-Sprecherin am Mittwoch auf Anfrage in Augsburg. "Diese Präsenz entzieht sich unserer Einflussnahme."

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Weltbild wolle «nichts tun, die Verbreitung dieses Titels zu fördern», fügte die Sprecherin hinzu. Deshalb habe man sich inhaltlich von dem Werk distanziert und kritischen Stimmen Raum gegeben. Verkauft wird der Roman aber trotzdem und kann problemlos in jeder Weltbild-Filialen oder online erworben werden. Als Hauptverantwortlicher für diese umstrittene Doppelmoral-Strategie gilt Weltbild-Geschäftsführer Carel Halff, der seit Jahren für seine umstrittene Geschäftspolitik Rückendeckung von einflussreichen deutschen Kirchenkreisen hat.

Die Gewerkschaft Ver.di und Hugendubel-Mitarbeiter kritisierten den Umgang der Verlagsgruppe mit dem Bestseller. «Eine neue Zensur-Debatte wird ausgelöst werden, wenn im Buchhandel plötzlich solch widersprüchliche und unhaltbare Warnungen vor den eigenen 'Produkten' auftauchen», heißt es beim «Hugendubel Verdi Infoblog». So sei der Roman beim Internetshop buecher.de, der ebenfalls zu Weltbild gehöre, völlig «ohne Filter» erhältlich. Weltbild betreibt seinen stationären Buchhandel in einer gemeinsamen Holding mit Hugendubel.

Weltbild gehört zwölf deutschen Bistümern, dem Verband der Diözesen Deutschlands und der Katholischen Soldatenseelsorge Berlin. Die Eigentümer hatten vor zwei Wochen beschlossen, ihre Anteile in eine kirchliche Stiftung öffentlichen Rechts zu überführen. Damit wurde ein Verkaufsbeschluss abgewendet, der unter dem Eindruck öffentlicher Debatten über erotische und esoterische Medien im Weltbild-Sortiment vor gut einem halben Jahr gefällt worden war.

ZUR DOKUMENTATION: Weltbild führt den umstrittenen Sadomaso-Porno ´Shades of Grey´ im Sortiment. Screenshot vom 11.7.2012:




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