
Berlin (kath.net/idea) Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) versinkt immer mehr in der Bedeutungslosigkeit. Das kritisiert der Journalist Benjamin Lassiwe (Berlin) in einem Kommentar für die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA). Zunehmend bestimmten allein der EKD-Ratsvorsitzende, Präses Nikolaus Schneider, und die Präses der Synode, Katrin Göring-Eckardt das Bild, das die EKD nach außen abgibt. Vom Rest des Rates sei dagegen in der Öffentlichkeit nicht viel zu sehen.
Das Leitungsgremium sei in vergangenen Amtszeiten weit aktiver gewesen. Immer wieder habe die EKD Stellungnahmen und Beschlüsse des Rates veröffentlicht. 2012 hingegen äußere sich fast ausschließlich der Ratsvorsitzende.
Auch habe es in der Vergangenheit immer wieder Anlässe gegeben, bei denen die Laien im Rat zum Zuge gekommen seien: „Ratsmitglieder wie Peter Hahne oder Hermann Gröhe wurden neben ihren sonstigen Funktionen zumindest in der kirchenaffinen Öffentlichkeit immer auch als Mitglieder des Rates der EKD wahrgenommen. Heute dagegen wissen selbst erfahrene Kirchenjournalisten nicht auswendig, wer eigentlich zum Führungsgremium der EKD gehört.“
Chancen, sie bekannt zu machen, würden verschenkt. So sei beispielsweise nie öffentlich kommuniziert worden, dass mit Fidon Mwombeki – er ist Generalsekretär der Vereinten Evangelischen Mission (Wuppertal) – erstmals ein Migrant dem Rat der EKD angehört.
Nicht einmal beim traditionellen Johannisempfang der EKD am 30. Juni seien alle 15 Mitglieder des Führungsgremiums anwesend gewesen. Ebenso auffällig sei die Abwesenheit „sämtlicher Ratsmitglieder“ beim Gespräch der EKD mit den Spitzen der muslimischen Verbände am 21. Juni gewesen. Es wurde auf kirchlicher Seite lediglich vom Ratsvorsitzenden und Vertretern des Kirchenamtes geführt.
Lassiwe zufolge sollte es deshalb letztlich niemanden überraschen, „wenn die EKD in Deutschland immer stärker als Bischofskirche wahrgenommen wird – und immer weniger als ein von Geistlichen und Laien gleichermaßen geleiteter Kirchenbund, der von der Verantwortungsübernahme vieler lebt“.
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