
Berlin (kath.net/KNA) Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat die Einstweilige Verfügung des Landgerichts Hamburg gegen die Satire-Zeitschrift «Titanic» als überzogen und satirefeindlich kritisiert. «Auch der Papst muss sich Satire gefallen lassen», meinte der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken am Mittwoch in Berlin. Benedikt XVI. sei von Titanic mit satirischen Mitteln als Sinnbild für die von der «Vatileaks»-Affäre belastete Kurie an den Pranger gestellt worden. Konken: «Das ist legitim.»
Die Hamburger Richter hatten am Dienstag entschieden, dass die Titelgestaltung des Blattes die Persönlichkeitsrechte von Papst Benedikt XVI. verletze. «Titanic» darf unter Androhung eines Zwangsgeldes die Hefte nicht weiter verbreiten und die Bilder nicht im Internet veröffentlichen. Auf der Homepage der «Titanic» ist die Darstellung inzwischen geschwärzt und mit einem «Verboten»-Schild unkenntlich gemacht. Allerdings müssten die bereits an den Handel verschickten Ausgaben nicht zurückgerufen werden
«Über Geschmack lässt sich streiten, aber die Darstellung fällt unter die Freiheit der Satire», meint Konken und behauptet dann sogar, dass die Zeitschrift keine religiösen Gefühle von Katholiken verletzt habe, weil die Fotomontage den Papst in seiner Rolle als Repräsentant der Vatikan-Bürokratie karikiert habe.
Zugleich ermunterte der DJV-Vorsitzende die Chefredaktion von «Titanic,» die Einstweilige Verfügung nicht hinzunehmen. «Es wäre nicht die erste Entscheidung des Landgerichts Hamburg gegen ein Medium, die auf dem Weg durch die Instanzen keinen Bestand hätte.»
Unterdessen gibt es beim Deutschen Presserat 27 Beschwerden gegen die «Titanic». Die Beschwerdeführer sähen religiöse Gefühle oder die Menschenwürde oder die Würdes Papstamtes verletzt, sagte Pressesprecherin Edda Kremer der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Berlin. Das Selbstkontrollgremium der deutschen Presse will sich auf seiner nächsten Sitzung Ende September damit befassen.
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Tel.: +49 (0) 30/72 62 79 20
Fax: +49 (0) 30/726 27 92 13
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Beschwerdemöglichkeit beim PRESSERAT: http://www.presserat.info
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