
Rom (kath.net/Osservatore Romano) Ein Gruppenbild (Foto) aus dem fernen Jahr 1965 zeigt die Vollversammlung der Konzilskommission für die Mission, die sich in Nemi im dortigen Zentrum der Gesellschaft des Göttlichen Wortes (Steyler Missionare) versammelt hatte, um an dem Dekret »Ad gentes« des II. Vatikanischen Konzils zu arbeiten. Auf dem Foto erkennt man unter anderem auch, etwas abseits stehend, ganz hinten rechts, den jungen bayerischen Theologen, der dazu bestimmt war, dereinst Benedikt XVI. zu werden. 47 Jahre später kehrt Joseph Ratzinger als Papst an diesen Ort am Ufer des »gläsernen Sees« mit dem »ovalen Wasserspiegel« zurück, wie ihn Lord Byron einst poetisch beschrieben hatte. Der Besuch des Papstes – so wurde in den vergangenen Tagen angekündigt – wird am Montag vormittag, 9. Juli, stattfinden. Er wird privater Natur sein, wie auch schon die früheren Besuche Johannes XXIII. am 23. August 1962 (vor genau 50 Jahren) und Pauls VI. am 6. September 1965: beide überreichten als Gastgeschenk einen Kelch. Aus der nahegelegenen Sommerresidenz Castel Gandolfo wird der Papst mit dem Auto zu dem Haus gefahren, das heute »Centro Ad gentes« heißt, zur Erinnerung an jene historische Versammlung der Konzilskommission.
Er wird empfangen werden vom gewählten Generalsuperior der Steyler Missionare, dem Deutschen Heinz Kulüke, und von dessen aus dem Amt scheidenden Vorgänger, Antonio Perna; vom Generalprokurator Giancarlo Girardi, der Gemeinschaft der Generaloberen Kurie von Rom und von den 150 Teilnehmern am 17. Generalkapitels, das am vergangenen 17. Juni eröffnet wurde und am kommenden 15. Juli seine Arbeit beschließt. Die Teilnehmer, die aus aller Welt angereist sind, kommen aus den 65 Ordensprovinzen der Gesellschaft, die vom hl. Arnold Janssen (1837–1939) auf dem Höhepunkt des Kulturkampfs Bismarckscher Prägung gegründet worden war, und sie repräsentieren die 6.015 Mitbrüder, die es heute auf den fünf Kontinenten gibt.
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