
Vatikanstadt (kath.net/KAP) Ein großer Teil der nationalen Bischofskonferenzen hat offenbar noch keine Richtlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch erlassen. Bislang seien erst gut die Hälfte aller Bischofskonferenzen der vatikanischen Aufforderung zur Vorlage eines solchen Regelwerks nachgekommen, sagte der vatikanische Missbrauchsbeauftragte, Charles Scicluna, der italienischen Monatszeitschrift "Jesus". Derzeit würden Mahnbriefe an jene Bischofskonferenzen verschickt, die die im Mai abgelaufene Frist des Vatikan versäumt hätten, so Scicluna. Die eingegangenen Richtlinien würden von der Glaubenskongregation im Herbst geprüft. Dies werde voraussichtlich mindestens ein Jahr in Anspruch nehmen.
Die vatikanische Glaubenskongregation hatte die nationalen Bischofskonferenzen und Orden der Weltkirche im Mai 2011 aufgefordert, binnen eines Jahres Richtlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch zu erlassen. Die österreichischen Bischöfe hatten bereits zuvor im Jahr 2010 eigene Richtlinien für Ahndung und Vorbeugung sexuellen Missbrauchs in der Kirche veröffentlicht.
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