09 Juli 2012, 07:40
Sachsen: Öffnung des Pfarrhauses für Homo-Paare zurücknehmen
 
Hildegard13
 
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Innerevangelische Diskussion: Viele fragen nach dem Sinn eines Gesprächsprozesses, wenn doch die Frage schon entschieden ist, heißt es in einer Erklärung der Sächsischen Bekenntnis-Initiative.

Dresden/Markersbach (kath.net/idea) In der Debatte innerhalb der sächsischen Landeskirche um die Öffnung des Pfarrhauses für homosexuelle Paare hat die Sächsische Bekenntnis-Initiative (Markersbach) eine Rücknahme des entsprechenden Kirchenleitungsbeschlusses gefordert. Darin hatte die Kirchenleitung – und später die Synode – entschieden, das Pfarrhaus „in seelsorgerlich begründeten Einzelfällen“ für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen.

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In einer schriftlichen Erklärung der Initiative heißt es, nicht wenige Mitglieder der Landeskirche stünden dem von Kirchenleitung und Synode initiierten Gesprächsprozess zum Thema kritisch gegenüber: „Sie fragen nach dem Sinn eines solchen Gesprächsprozesses, da doch die Streitfrage über die Öffnung von Pfarrhäusern für homosexuell empfindende Pfarrer und Pfarrerinnen bereits durch die Kirchenleitung entschieden worden ist.“

Trotz „berechtigter Anfragen“ von Teilen der kirchlichen Basis, ob der Gesprächsprozess angesichts dieser Regelung noch Sinn mache, wolle sich die Sächsische Bekenntnis-Initiative dem stellen und das Gespräch aktiv mitgestalten. Von dessen Verlauf und Ergebnis werde es abhängen, ob die Einheit der Landeskirche in Zukunft gewahrt bleiben könne. „Weil wir unsere sächsische Landeskirche lieben und wir wissen, dass Gott zu fürchten ist (2. Kor. 5, 11) und an der Treue zu seinem Wort das ewige Leben hängt (2. Tim. 3, 14ff.), wollen wir uns in dem Gesprächsprozess mit ganzer Kraft einbringen“, heißt es in der Erklärung.

Und weiter: „Die Grenze besteht für uns in einem Verständnis der Schrift, das innerhalb unserer Kirche die Bibel als grundlegenden Maßstab nicht mehr akzeptiert, sie allein dem menschlichen Urteil unterwirft und sich so über sie hinwegsetzt oder ihre Aussagen verdreht.“

Aber: Kirchenmitglieder sollen nicht austreten

Deshalb setze man sich dafür ein, dass „die Schriftwidrigkeit des Kirchenleitungsbeschlusses vom 21. Januar 2012 erkannt wird, und dieser Beschluss rückgängig gemacht wird“. Gleichzeitig bitte die Bekenntnis-Initiative alle Glieder der Landeskirche, „die unter den Entwicklungen in unserer sächsischen Landeskirche leiden, nicht aus der Kirche auszutreten, sondern sich in ihren Gemeinden treu für die Geltung von Schrift und Bekenntnis einzusetzen“.

Den Landesbischof und das Landeskirchenamt bittet die Initiative eindringlich, „während des dreijährigen Gesprächsprozesses von ihrer Möglichkeit, im Einzelfall homosexuellen Pfarrern und Pfarrerinnen, die in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft leben, das Zusammenleben im Pfarrhaus zu gestatten, keinen Gebrauch zu machen“. Die Kirchenleitung wird zudem gebeten, „keine weitergehenden Beschlüsse zu fassen – etwa im Blick auf Segnung von homosexuellen Partnerschaften“.

Die Sächsische Bekenntnis-Initiative repräsentiert gegenwärtig 106 Kirchengemeinden, 253 Gemeinschaften, 32 Gruppen und Werke sowie 7.970 Einzelpersonen.






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