
Wien (www.kath.net/ KAP)
An heißen Sommertagen haben Ordensleute mitunter einen Vorteil: In den alten Gemäuern von Stiften und Klöstern herrschen zumeist angenehmere Temperaturen als außerhalb. Etwas wärmer kann da schon die jeweilige Ordenstracht werden. Kein großes Problem für die Betroffenen, wie eine kleine "Kathpress"-Schmunzelumfrage unter Ordensleuten zeigt. "Es gilt die Binsenweisheit 'Was vor Kälte schützt, schützt auch vor Hitze'", nimmt es so z. B. Sr. Anna Pointinger von den "Marienschwestern vom Karmel" in Linz wenig hitzig.
Wird es doch einmal zu heiß, geht Sr. Pointinger zum Wassertreten, "so wie es Pfarrer Sebastian Kneipp gelehrt hat". Auch empfiehlt sie das "kalte Armbad", die sogenannte "Tasse Kaffee der Naturheilkunde", erklärt sie. Konkret taucht man dabei nacheinander den rechten und linken Arm in kaltes Wasser, lässt ihn dort einige Sekunden und atmet aus. Zum Trocken werden die Arme kräftig bewegt, bis ein wohliges Wärmegefühl eintritt.
Auf ihrem Weg durch die glühende Linzer Stadt nutzt sie kühle Kirchen zur stillen und zugleich erfrischenden Einkehr zwischendurch. Und eigentlich ist vieles "reine Einteilungssache: Manchmal habe ich an heißen Tagen ungewöhnlich viel Arbeit mit der Salbenzubereitung im kühlen Keller", schmunzelt Sr. Pointinger.
"Schutzfaktor Ordenstracht"
Auch Sr. Adelinde Grandits von der "Kongregation der Dienerinnen des heiligsten Herzens Jesu" in Wien kann Hitze wenig anhaben: "Die übliche Ordenskleidung ist schwarz, Dienstkleidung weiß mit leichterem Stoff - die wird auch im Sommer gerne getragen", erklärt sie - und verweist nach kurzer Überlegung auf den "Schutzfaktor Ordenstracht": "Ich kenne eigentlich keine Schwester mit Hautkrebs."
Leitungswasser ist für Sr. Grandits "das" kühlende Werkzeug im Sommer: "Unterarme ins kalte Wasser halten oder Puls und Halsschlagader mit Wasser kühlen und vor allem: viel Leitungswasser trinken." Auch Kirchenräume böten angenehme Temperaturen. Im Mutterhaus der Herz-Jesu-Schwestern selbst werden frühmorgens die Fenster zum Lüften aufgestoßen; bei Tag dafür die Jalousien heruntergelassen. Und die Mittagspause zur Ruhe verwendet.
"Bitte baden"
P. Gerfried Sitar vom Stift St. Paul kommt bei der "Kathpress"-Umfrage zum Lachen. Nun ja, meint er, wer bei brütender Hitze den ganzen Tag in der bloßen Sonne im Habit herumläuft, "hat bereits einen Sonnenstich". Beim Schwitzen denkt er vor allem an die möglichen Folgen für die Mitmenschen und das Umfeld der Brüder und Schwestern: "Ordensleute sollten bitte auch regelmäßig baden oder duschen - alles andere wäre sozusagen umweltbelastend", schmunzelt der Benediktiner.
Den Gästen in Kärnten rät P. Sitar zur Abkühlung einen Besuch im St. Pauler Stiftsmuseum, der Stiftskirche aus dem 12. Jahrhundert oder auch dem Stiftsgarten: Dort wartet nicht nur an Hitzetagen "ein Stiftscafe mit 'coolen' Erfrischungen".
"Solidarisches Schwitzen"
Sr. Michaela Gehart von den "Franziskanerinnen-Missionarinnen Mariens" hat kein Problem mit Schweiß: "Also grundsätzlich erkläre ich mich in den Sommermonaten solidarisch mit meinen Mitmenschen und schwitze auch", sagt sie. Bevorzugt greift sie aber zu Kleidung aus dünnem Stoff und geht so wenig wie möglich aus dem Haus. "An den Strand lege ich mich nicht - obwohl im meinem Kasten ein Badeanzug liegt. Ich war für ein paar Jahre in der Mission in Afrika. Dort habe ich aus Erfahrung gelernt, meine Haut vor der Sonne zu schützen und nichts auszuziehen."
"Klostermauern unbezahlbar"
Kräuterpfarrer Benedikt Felsinger vom Stift Geras weiß ebenfalls um den Wert kühlender Klostermauern: "Das Innenklima in so alten Klöstern ist im Sommer unbezahlbar", sagt er. Für Ordensleute wie Besucher gibt es an Hitzetagen kühlende Getränke wie Kräutertees aller Art - natürlich auch zahlreiche Geheimtipps aus dem Kräutergarten des Chorherrn.
Auch Sr. Ulrike Schaussberger von den "Franzikanerinnen Amstetten" sieht die alten Kirchen und Klöster als "kühlen Zufluchtsort". Gerade bei dem Gedanken, dass viele Menschen auch bei Hitze im Freien arbeiten müssen, ist sie dankbar dafür. Und sie rät allen Menschen: "Geht doch mal in die Kirche zu einem kurzen Besuch und ruht ein wenig aus."
"Eis? Ja!"
Wenn es um den süß-kühlen Genuss geht, steht Eis unter den Befragten hoch im Kurs: "Eis? Ja!", freut sich so etwa Sr. Grandits. "Frücheeis, wenn es eines gibt." P. Sitar hingegen greift bei Vanille- und Amarena-Eis am liebsten zu. Kräuterpfarrer Benedikt Felsinger vom Stift Geras setzt auf den leckeren Mix: Pistazie, Vanille, Erdbeere. Sr. Schaussberger schmeckt grundsätzlich "jedes Eis - und zwar täglich". Und Sr. Gehart? Sie mag "Hausgemachtes" am liebsten - würde sich an manchen Hitzetagen am liebsten aber gleich in Eiswürfel legen...
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