02 Juli 2012, 09:30
Kardinal Marx beklagt den verborgenen Atheismus auch in der Kirche
 
Hildegard13
 
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Kardinal Marx ruft Priester zur Einheit mit der gesamten Weltkirche, mit Papst und Bischof auf. Der „schleichende, implizite, verborgene“ Atheismus auch in der Kirche „verwandelt Religion in die Pflege der eigenen Interessen“.

Freising (kath.net/pem) Bei dem festlichen Gottesdienst zur Priesterweihe im voll besetzten Freisinger Mariendom hat sich der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Kardinal Marx, gegen das neue Aufkommen des Atheismus in der Gesellschaft, aber auch innerhalb der Kirche gewandt. „Die Stimmen werden lauter, die den Menschen einreden wollen, die Frage nach Gott sei eine unsinnige“, sagte Marx in seiner Predigt am Samstag, 30. Juni: „Die Behauptung, Gott würde die Menschen in die Unfreiheit führen, ist eine Herausforderung für uns.“

Neben diesem lauten, öffentlich vorgetragenen Atheismus gebe es einen „schleichenden, impliziten, verborgenen Atheismus auch in der Kirche“, der viel schwerer in den Griff zu bekommen sei und der um „einen Gott der selbst gemachten Tradition, einen Gott der eigenen Liebhaberei“ kreise, beklagte der Kardinal: „Dieser Atheismus verwandelt Religion in die Pflege der eigenen Interessen, er kann nicht mehr staunen über Gott.“

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Das größte Glück des Menschen sei es indes, Gott zu finden und die Gemeinschaft mit ihm ins Zentrum zu stellen. Die Apostel Petrus und Paulus, derer bei diesem Gottesdienst gedacht wurde, seien die beiden ersten großen Zeugen dafür, dass Gott existiere und die Menschen ihm begegnen könnten. „Das Bekenntnis, Gott existiert, ist das wichtigste im menschlichen Leben, gerade heute, wo so viel Zerrissenheit und Polarisierung in der Kirche ist und jeder meint, sein Weg sei der richtige. Deshalb ist es wichtig, dass der Priester auf dem Weg der Einheit der Kirche geht, der ganzen Weltkirche, der Einheit mit dem Bischof und mit dem Papst.“ Wer ein „Diener der Spaltung und der Zwietracht“ sei, könne diese Erfahrung nicht machen.

Der Kardinal erinnerte an die Worte Jesu bei der Berufung der ersten Jünger zu Beginn des Johannes-Evangeliums „Kommt, und ihr werdet sehen“: „Können wir das heute noch sagen, kommt zu uns in unsere Gemeinden und seht, wie wir zusammenstehen, wie wir Freude und Zuversicht verbreiten?“ Daher sei es so wichtig, dass die Gläubigen wie die neu geweihten Priester daran mitarbeiteten zu zeigen, wie gut es sei, ein fröhlicher und überzeugter Mensch zu sein. „Auf diesem Weg könnt Ihr Euren Beitrag leisten, können Sie Ihr Zeugnis geben und deutlich machen: Es geht uns um Gott, er exisitiert“, appellierte Marx an die Weihekandidaten und die Gottesdienstbesucher.

Der Kardinal spendete zwei Diakonen des Münchner Priesterseminars St. Johannes der Täufer das Sakrament der Priesterweihe:

Dominik Arnold (32) aus der Pfarrei Mariä Himmelfahrt und Sebastian in Karlstadt-Wiesenfeld in der Diözese Würzburg. Nach München kam er als Mitglied der Gemeinschaft Emmanuel. Er war im Pastoralkurs im Pfarrverband Vaterstetten-Baldham eingesetzt und wird seine erste Kaplansstelle im Pfarrverband Taufkirchen bei München antreten. Als Primizspruch hat er einen Vers aus dem Johannes-Evangelium gewählt: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab“ (Joh 3,16).

Florian Regner (36) aus der Pfarrei Maria vom Guten Rat in München. Nach dem Pastoralkurs in der Pfarrei St. Florian in München geht er nun als Kaplan in die Stadtkirche Germering. Sein Primizspruch ist ebenfalls dem Johannes-Evangelium entnommen: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14,6).

Die neuen Priester haben Theologie studiert und sich anschließend während des zweijährigen Pastoralkurses in der praktischen Ausbildung in einer Pfarrei auf ihre zukünftige Arbeit vorbereitet. Im vergangenen Jahr wurden sie von Kardinal Marx zu Diakonen geweiht. Mit Exerzitien bereiteten sie sich auf ihre Priesterweihe und auf ihre Primiz, die erste heilige Messe, die sie selbst zelebrieren, vor. Die Priesterweihe des Erzbistums München und Freising findet traditionell an einem Termin um den 29. Juni, das Hochfest der Apostel Petrus und Paulus, im Freisinger Mariendom statt, in dem sich auch der Reliquienschrein des Diözesanpatrons St. Korbinian befindet.

Foto Kardinal Marx: (c) Erzbistum München-Freising

kathTube-Fotos: Auch Papst Benedikt war im Freisinger Dom zum Priester geweiht worden




Detail des Reliquienschreins des hl. Korbinian im Dom von Freising










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