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UNESCO nimmt Bethlehemer Geburtskirche ins Weltkulturerbe auf

1. Juli 2012 in Aktuelles, 4 Lesermeinungen
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Querelen um die Aufnahme der Geburtskirche in der UNESCO.


Sankt Petersburg (www.kath.net/ KNA)
Das Welterbekomitee UNESCO hat die Bethlehemer Geburtskirche in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Wie am Freitag im russischen Sankt Petersburg bekannt wurde, fiel die Entscheidung mit 13 zu 6 Stimmen bei 2 Enthaltungen. Deutschland und Israel hatten sich gegen den Antrag gewandt.

Erst im Oktober 2011 hatte die Weltkulturorganisation Palästina als 195. Mitgliedstaat aufgenommen; die Geburtskirche ist die erste palästinensische Stätte in der Welterbeliste. Als Neumitglied hatte die Palästinenserbehörde 20 historische und archäologische Stätten zur Aufnahme vorgeschlagen. Für die Geburtskirche bestehe akute Gefahr; der Antrag solle daher als Notfall behandelt werden, so die Argumentation. Bereits im Vorfeld hatten Vertreter der Palästinenser verlauten lassen, schon die Aufnahme der Kirche auf die Liste sei de facto eine Anerkennung eines Palästinenserstaates.

Unter den 33 Nominierten für die diesjährigen Beratungen über die UNESCO-Liste befinden sich aus Deutschland das Markgräfliche Opernhaus Bayreuth und die Kurfürstliche Sommerresidenz Schwetzingen. Eine Entscheidung über alle Kandidaten will das Gremium bis spätestens 6. Juli fällen.


Der Internationale Rat für Denkmalpflege ICOMOS hatten im Vorfeld unter anderem eine fehlende Strategie zur Restaurierung sowie eine mangelhafte Handhabung der Touristenströme an der Geburtskirche kritisiert. Gegenwärtig jährlich rund zwei Millionen Besucher in dem verschachtelten Gebäudekomplex mit Kreuzgängen, Klöstern und Grotten bilden aus Sicht der Denkmalpfleger einen Teil des Problems.

Die Geburtskirche im Zentrum Bethlehems gehört zu den heiligsten Stätten der Christenheit. An der Stelle, an der Maria in einer Höhle Jesus geboren haben soll, errichtete Kaiser Konstantin 326 den Vorgängerbau der heutigen Kirche. Der Hauptaltar der im sechsten Jahrhundert neu erbauten Basilika befindet sich über einer zwölf Mal zehn Meter großen Grotte. Dort wird der Geburtsort Jesu verehrt.

Die Geburtskirche ist Teil eines 12.000 Quadratmeter großen Komplexes von Kreuzgängen, Klöstern, Grotten und weiteren Kirchen. So ist die katholische Katharinenkirche direkt mit der Geburtsbasilika verbunden. Weiter gehören ein lateinischer, ein griechisch-orthodoxer und ein armenischer Konvent dazu. Die Basilika selbst wird von diesen drei Konfessionen gemeinsam verwaltet. Seit mehr als 1.600 Jahren leben hier Mönche. Im Lauf der Jahrhunderte war das Gotteshaus, eine der ältesten komplett erhaltenen Kirchen überhaupt, immer wieder umkämpft, etwa zwischen Muslimen und christlichen Kreuzrittern.

Der Außenminister der Palästinensischen Autonomiebehörde, Riyad al-Malki, zeigte sich erfreut über die Entscheidung. Er sei der UNESCO sehr dankbar, dass sie den Palästinensern ihre kulturellen Rechte gewähre, betonte er nach Angaben der Nachrichtenagentur «Ma'an». Zugleich versprach er, Palästina werde sich für den Schutz des Welterbes einsetzen. Al-Malki kündigte weitere Nominierungen an. So sollten auch einige Dörfer südlich von Jerusalem auf die Weltkulturerbeliste aufgenommen werden. Die Führerin der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), Hanan Ashrawi, bezeichnete die Entscheidung als Bestätigung für das einzigartige Kulturerbe der Palästinenser.

Auf der Welterbeliste der UNESCO stehen derzeit 936 Stätten in 153 Ländern. Deutschland ist momentan mit 36 Welterbestätten vertreten. Als erstes wurde 1978 der Aachener Dom aufgenommen. Dem Dresdner Elbtal, 2004 in die Welterbeliste aufgenommen, wurde dieser Titel 2009 wegen der aktuell im Bau befindlichen Waldschlößchenbrücke wieder aberkannt. Geprüft wird in Sankt Petersburg auch, ob Welterbestätten in ihrem Bestand gefährdet sind. Auf der «Liste des gefährdeten Welterbes» stehen derzeit 35 Welterbestätten, unter anderem die Altstadt und die Stadtmauern von Jerusalem, die Tropischen Regenwälder von Sumatra und der Nationalpark Everglades in den USA.

(C) 2012 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Jegliche mediale Nutzung und Weiterleitung nur im Rahmen schriftlicher Vereinbarungen mit KNA erlaubt.

Foto: © Kath.net


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Lesermeinungen

  2. Juli 2012 
 

Jetzt mal ehrlich!

Merkel-Deutschland hat nun sicher nicht gegen den Antrag gestimmt, weil es damit der Meinung der beteiligten Kirchen entsprechen wollte. Wann hat Deutschland (seit es von einer C-Partei regiert wird) das letzte Mal etwas im Sinne der christlichen Kirchen gemacht?

Die Wahrheit ist: Es ist mittlerweile beinhartes Kalkül mit den USA mitzuschwimmen. So hat Blair seinerzeit sein Großbritannien zum unsinkbaren Flugzeugträger der Amis gemacht. Jetzt schwimmen Merkel +Co ratingargenturgetrieben auf der US-Welle.
Sad but true!


0
 
 Theobald 1. Juli 2012 
 

sachte...

Jetzt mal langsam mit den jungen Pferden.

a) kann die Unesco nur auf Antrag des zuständigen Staates tätig werden. Dieser ging erst von weniger als einem Jahr ein. Also eine sehr schnelle Entscheidung

b) sind die beteiligten Kirchen GEGEN die AUfnahme der Kirche in die Liste, weil damit Politik und Religion vermischt werden und die Nutzungsrechte evtl. eingeschränkt werden können.

Aus meiner Sicht hatte es speziell diese Kirche gar nicht nötig, aufgenommen werden.
Sie war ipso facto schon Welterbe!!!


2
 
 goegy 1. Juli 2012 
 

Es erstaunt nur wenig, dass das us-hörige Merkel-Deutschland gegen diese Ehrung der Geburtskirche war.


1
 
  1. Juli 2012 
 

Na wurde ja auch langsam Zeit!

Soll man jetzt etwa der UNESCO dankbar sein und sich vor Freude in den Staub werfen? So ein Humbug!

Es wurde höchste Zeit, dass die Geburtskirche Weltkulturerbe wird und es ist eine bodenlose Frechheit und christianophobe Willkür der internationalen Gemeinschaft, dass es so lange gedauert hat.

Worum geht´s den eigentlich bei dieser Liste? Es geht um den Erhalt unersetzicher Kulturgüter. D.h. es sollte völlig wurscht sein auf welchem Territorium dieses Gut steht. Diese Diskussion zeigt mal wieder, dass die UNESCO seinen Vorgaben nur sehr zäh - wenn überhaupt- nachkommt.


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