28 Juni 2012, 10:20
Das Beschneidungsurteil ist Angriff auf die Religionsfreiheit
 
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Forum Deutscher Katholiken kritisiert Urteilsbegründung: Die Beschneidung beeinträchtige das Recht des Kindes, später selbst zu entscheiden, welche Religion es annehme und welche nicht. Doch damit könne man auch Kindertaufe unter Strafe stellen

Kaufering (kath.net/pm) Auf die Gefährdung der Religionsfreiheit durch jüngste Entscheidungen nachgeordneter Gerichte wies das „Forum Deutscher Katholiken“ hin. Der erste Vorsitzende des Forums, Hubert Gindert, bezog sich in seiner Stellungnahme auf die „Kriminalisierung der bei Juden und Muslimen vorgeschriebenen Beschneidung männlicher Säuglinge“ und auf den „Fall einer in lesbischer Lebensgemeinschaft stehenden Erzieherin in Neu-Ulm“

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„Von der Entscheidung des Landgerichts Köln zur Beschneidung“ seien Christen betroffen. Denn das Landgericht begründete sein Urteil folgendermaßen: Die Beschneidung sei deshalb kriminell, weil sie in das Selbstbestimmungsrecht des Kindes eingreife, das später selbst entscheiden können müsse, welcher Religion es annehme oder nicht. Mit dieser Begründung könne man aber auch „die Kindertaufe entsprechend unter Strafe“ stellen, „Körperverletzung werde es wohl nicht sein, aber Juristen werden schon irgendeine Strafvorschrift finden, unter die sie die Taufe eines Kindes subsumieren können“, sagte der Sprecher des Forums.

Auch zum zweiten Urteil meldete Gindert starke Bedenken an: „Wenn die katholische Kirche gezwungen werden soll, in ihren Einrichtungen Kinder der Erziehung durch eine Frau auszusetzen, die im Gegensatz zur kirchlichen Grundordnung steht, so greift damit der Staat in den Kernbereich kirchlichen Auftrages ein.

Gindert zeigte sich sehr verwundert darüber, wie das bislang unbestrittene Selbstbestimmungsrecht der Kirchen und Religionsgemeinschaften, das immerhin in Artikel 140 des Grundgesetzes verankert sei, nun angefochten werde.







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