
Rom (kath.net/LSN/jg)
Die Ordensoberinnen-Konferenz LCWR, die etwa 80 Prozent US-amerikanischen Nonnen und Schwestern vertritt, droht ihren Status als offizielle Vertretung weiblicher Orden und Ansprechpartnerin für den Vatikan zu verlieren. Dies sagte Kardinal William Levada, Präfekt der Glaubenskongregation.
Die Glaubenskongregation überprüft die „Leadership Conference of Women Religious“ (LCWR) seit vier Jahren. Ein Gutachten wirft der Dachorganisation nun „ernsthafte lehrmäßige Probleme“ vor. Die Glaubenskongregation geht nicht nur auf Themen wie Abtreibung, Verhütung und homosexuelle Partnerschaften ein. Die LCWR weigere sich, grundlegende Dogmen des katholischen Glaubens anzunehmen, heißt es in dem Gutachten. Dazu gehören das Bekenntnis zu einem personalen, transzendenten Gott, zur Göttlichkeit Christi und die Rolle der katholischen Kirche und ihrer Lehrautorität in der Heilsökonomie. Die LCWR betone zwar wiederholt Positionen des „radikalen Feminismus“, äußere sich aber nicht zum Recht auf Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod, obwohl diese Frage in den USA derzeit lebhaft diskutiert werde, kritisieren die Gutachter.
Die Glaubenskongregation erwartet von der LCWR eine Korrektur dieser Positionen. Wenn sie sich weigere, mit dem Vatikan zu kooperieren, müsse ihre Position in der Kirche überdacht werden, sagte Kardinal Levada in einem Interview mit dem „National Catholic Reporter“.
Die LCWR veröffentlichte eine Erklärung, in der sie die Vorwürfe der Glaubenskongregation zurückwies und keine Absicht zur Zusammenarbeit mit Rom erkennen ließ. Das Gutachten gründe sich auf „substanzlose Anschuldigungen“ und sei auf einen „fehlerhaften Prozess, der jede Transparenz vermissen lasse“ zurückzuführen.
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