
Chur (kath.net/pbc) „Der Bischof ist nicht bereit, den Menschen unbequeme kirchliche Positionen zu verschweigen, nur damit sie weiterhin ihre Steuer zahlen.“ Dies schrieb das Bistum Chur in einem Communiqué über ihren Bischof Vitus Huonder. Das Bistum reagierte damit auf Vorwürfe, dass die Kirchenaustrittszahlen überdurchschnittlich hoch wären und wies darauf hin, dass auch „die reformierten Landeskirchen seit Jahren in mindestens gleichem Mass vom Phänomen der Austritte betroffen sind“.
kath.net dokumentiert das Communiqué im vollen Umfang:
Von der Volkskirche zum Entscheidungschristentum
Das Bischöfliche Ordinariat nimmt Stellung zur aktuellen Zürcher gfs-Umfrage. Leider kommt in der Berichterstattung darüber kaum zum Ausdruck, dass die reformierten Landeskirchen seit Jahren in mindestens gleichem Mass vom Phänomen der Austritte betroffen sind. Folglich sind die Ursachen überkonfessionell und können weder isoliert im Bistum Chur noch in der katholischen Kirche als solcher verortet werden. Deshalb bedürfte es einer genaueren Ursachenforschung. Eine mögliche Ursache könnte auch das Schweizer Kirchensteuersystem sein. Immerhin haben Freikirchen und andere christliche Gruppen ohne Steuersystem Zulauf.
Jeder Austritt aus einer Kirchgemeide oder Landeskirche schmerzt, weil damit oft eine Distanzierung von der eigentlichen Kirche verbunden ist. Zugleich gilt es immer, die Gewissensentscheide der Menschen ernst zu nehmen. Der Bischof von Chur will dabei helfen, dass diese Entscheide bewusst fallen, aufgrund guter Informationen. Dies bedingt Klarheit darüber, worin die Lehre der römisch-katholischen Kirche besteht bzw. ob sich der Einzelne damit identifizieren kann. Der Bischof ist nicht bereit, den Menschen unbequeme kirchliche Positionen zu verschweigen, nur damit sie weiterhin ihre Steuer zahlen.
Wie Papst Benedikt XVI. im Buch Licht der Welt (2011) sieht auch der Bischof von Chur die gegenwärtige Entwicklung als Umformung der einstigen Volkskirche in ein bewusstes „Entscheidungschristentum“, das es zu festigen gilt. Von daher bemüht sich der Bischof um eine am überlieferten Glauben orientierte Seelsorge und um ein klares katholisches Profil. So können die Menschen besser entscheiden, wie sie dazu stehen.
Da viele Aspekte des katholischen Glaubens unbekannt geworden sind, braucht es hier mehr Kommunikation und Transparenz. Darum wird der Bischof von Chur weiterhin bemüht sein.
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