
Rom (kath.net/as) Die anhaltende Wirtschafts- und Finanzkrise verbunden mit den ihr folgenden unbekannten Größen stellt die Unternehmer im Bereich der Landwirtschaft und der Fischerei vor noch nicht dagewesene und schwierige Herausforderungen. Daher sind die Landwirte dazu aufgerufen, diesen als Christen zu begegnen, einen erneuerten und tiefen Sinn für Verantwortung zu pflegen und einen Beweis für die Solidarität und das gemeinsame Teilen zu erbringen. Mit diesen Worten wandte sich Papst Benedikt XVI. am heutigen Freitag Vormittag an die Teilnehmer der Vollversammlung des Bundes der italienischen Landwirte.
Benedikt XVI. betonte, dass an der Basis der aktuellen Probleme in der Wirtschaft eine moralische Krise stehe. Angesichts dieser Tatsache lud der Papst die Landwirte ein, sich eifrig dafür einzusetzen, dass die ethischen Belange den Primat über alle anderen Erfordernisse bewahrten. Es sei notwendig, das Übel der Krise an der Wurzel zu kurieren und die Wiederentdeckung jener geistlichen Werte zu begünstigen, denen dann die Ideen, Projekte und Werke entsprängen.
Benedikt XVI. erinnerte in diesem Zusammenhang an seine Worte aus der Enzyklika „Caritas in veritate“: „Die Kompliziertheit und Schwere der augenblicklichen wirtschaftlichen Krise besorgt uns zu Recht, doch müssen wir mit Realismus, Vertrauen und Hoffnung die neuen Verantwortungen übernehmen, zu denen uns das Szenario einer Welt ruft, die einer tiefgreifenden kulturellen Erneuerung und der Wiederentdeckung von Grundwerten bedarf, auf denen eine bessere Zukunft aufzubauen ist“ (Nr. 21).
Die Familie, die Schule, die Gewerkschaft und jede andere politische, kulturelle und bürgerliche Institution müssten auf diesem „ethischen Boden“ ein wichtiges Werk der Zusammenarbeit und des Bindeglieds, des Ansporns und der Förderung bilden, „vor allem was die jungen Menschen betrifft“. Gerade diese seien von Vorsätzen und Hoffungen erfüllt. Sie suchten großherzig danach, ihre Zukunft aufzubauen, und erwarteten von den Erwachsenen, dass diese gute Vorbilder seien und ernsthafte Antworten gäben: „Wir dürfen ihre Erwartungen nicht enttäuschen“, so der Papst abschließend, der die Landwirte mahnte, sich nicht nur für den Schutz ihrer Unternehmen einzusetzen, sondern auch für die Verwirklichung einer Sozialpolitik zugunsten der Person und der Professionalität. Dabei solle vor allem die Kernrolle der Familie für die ganze Gesellschaft Beachtung finden.
Benedikt XVI. ermutigte die Landwirte, in ihrem erzieherischen und sozialen Wirken fortzufahren und großherzig ihre Solidaritätsprojekte voranzubringen: „Durch euer soziales Wirken gebt ihr Zeugnis von der Neuheit des Evangeliums, und deshalb braucht ihr eine beständige Beziehung zu Christus im Gebet, um die geistliche Energie zu schöpfen, die notwendig ist, um eurem Einsatz neue Kraft zu verleihen“.
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