22 Juni 2012, 09:00
'Tag für Tag erleben wir Wunder der Gnade Gottes'
 
Hildegard13
 
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Mehr und mehr junge Frauen treten in die erst vor 14 Jahren gegründete Ordensgemeinschaft der „Dienerinnen des Planes Gottes“ ein. „Kirche in Not“ unterstützt die Aus- und Weiterbildung von 156 Schwestern.

Wien (kath.net/KIN)„Milagros de las Mercedes“, heißt das kleine Mädchen, „Wunder der Gnaden“. Die Ärzte gaben dem frühgeborenen Kind keine Chance. „Das winzige Baby lag eigentlich schon im Sterben“, erzählt Schwester Elizabeth Sanchez Valdivia. Der Bischof selbst segnete und taufte das sterbende Kind, das im Brutkasten lag. „Plötzlich verbesserte sich der Zustand der Kleinen unglaublich“, berichtet sie bewegt. Dieser Tag war kein gewöhnlicher: Es war 24. September, das „Fest Unserer Lieben Frau von der Gnade der Gefangenenerlösung“, das auf Spanisch "Nuestra Señora de las Mercedes“ heißt, „Unsere Liebe Frau von den Gnaden“. Im spanischsprachigen Raum hat es sehr große Bedeutung. Darüber sind die Schwestern aus der Gemeinschaft der „Dienerinnen des Planes Gottes“ sich einig: „Für uns ist das Mädchen ein Geschenk der Heiligen Jungfrau Maria“.

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„Wunder der Gnade Gottes erleben wir Tag für Tag“, freuen sich die Schwestern. Eines davon ist, dass sich mehr und mehr junge Frauen ihrer Gemeinschaft anschließen. Zur Zeit unterstützt das internationale Hilfswerk „Kirche in Not“ die Ausbildung von 156 Schwestern. Angefangen hat alles in Peru im Jahr 1998 mit neun jungen Mädchen, die ihr Leben in den Dienst der Armen stellen wollten. Heute, nur 14 Jahre später, ist ihre Gemeinschaft nicht nur in mehreren Ländern Lateinamerikas, sondern auch auf den Philippinen und in Angola tätig. Viele der jungen Ordensfrauen sind Ärztinnen, Juristinnen, Pädagoginnen, Krankenschwestern. Sie sind zwischen 18 und 44 Jahren alt. Von einem solchen Altersdurchschnitt können viele andere Ordensgemeinschaften nur träumen.

Die 32jährige Schwester Veronica Aguilar aus Ecuador hätte sofort nach dem Studium einen gut bezahlten Posten bei einer Firma antreten können. Aber sie entschied sich anders: Zwei Wochen nach ihrem Examen trat sie in Peru in die Ordensgemeinschaft der „Dienerinnen des Planes Gottes“ ein. „In meinem Ordenskleid kann ich Hunderten die Frohe Botschaft bringen und komme mit dem Leben so vieler verschiedener Menschen in Berührung“, sagt sie strahlend.

Überall, wo sie tätig sind, dienen die Schwestern den Armen, Kranken und Benachteiligten. So haben sie In Lima eine Schule für körperbehinderte Kinder aus bedürftigen Familien. In Ecuador betreuen sie geistig behinderte Kinder und Jugendliche. „In vielen Ländern Lateinamerikas können Menschen mit Behinderungen keine Hilfe vom Staat erwarten. Wenn die Familien arm sind, haben sie nur wenige Möglichkeiten, behinderte Kinder gut zu betreuen. Wir wollen durch unsere Arbeit auch allgemein die Einstellung der Leute gegenüber behinderten Menschen verändern. Sie brauchen Liebe und das Gefühl, gewollt zu sein. Dann entwickeln sie viel mehr Talente!“, wissen die Schwestern.

Die Kinder, um die sich die „Dienerinnen des Planes Gottes“ kümmern, kommen aus sehr armen Familien, so dass sie unterernährt wären, wenn sie in der Schule nichts zu essen bekommen würden. „Zuhause würden sie nur ein paar Löffel Nudelsuppe bekommen, aber diese Nahrung enthält keine Vitamine und kein Eiweiß“, erklärt Schwester Elizabeth. Manche der Mütter sind drogenabhängig oder haben in der Schwangerschaft Alkohol konsumiert, so dass die Kinder noch vor der Geburt geschädigt wurden. Die Schwestern versuchen, sie in jeder nur möglichen Weise zu fördern.

„Einige der behinderten Kinder haben vor kurzem die Erste Heilige Kommunion empfangen. Ana Maria, die im Rollstuhl sitzt, sagte uns: ‚Das war der glücklichste Tag in meinem Leben!‘‘, berichtet Schwester Elizabeth. „Die Kinder in unserer Schule sind sehr sensibel für Gott, strahlen und sind glücklich, wenn sie beten und singen. Auch die geistig behinderten Kinder in unserer Einrichtung in Ecuador verstehen sehr gut, dass Jesus zu ihnen kommt.“

Dass manche Priester zögern, geistig behinderte Kinder zur Erstkommunion zuzulassen, befremdet die beiden Schwestern: „Unsere Erfahrungen mit diesen Kindern sind sehr gut. Sie verhalten sich respektvoll und andächtig und verstehen sehr tief, was die Kommunion ist. Das ist doch das Wichtigste!“

Die Schwestern betreuen nicht nur die Kinder, sondern auch deren Eltern. „Die Mutter von Gensi, die in diesem Jahr ebenfalls zur Erstkommunion gegangen ist, wurde von ihrem Ehemann verlassen und fiel in tiefe Depressionen. Für sie und das Mädchen ist das eine sehr harte Zeit, aber sie sind Gott dadurch nähergekommen“, berichtet Schwester Elizabeth.

In diesem Jahr feiern die „Siervas del Plan de Dios“, wie sie auf Spanisch heißen, den vierzehnten Geburtstag ihrer Ordensgemeinschaft. Bereits in dieser kurzen Zeit haben sie unzähligen notleidenden und kranken Menschen Trost, Hilfe und Beistand gebracht. Auch ihre Geschichte ist ein Wunder der Gnade Gottes.

www.kirche-in-not.at

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Foto: Schwestern vom Plan Gottes, © Kirche in Not






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