21 Juni 2012, 15:45
Papst: Dringender Appell für Syrien
 
Hildegard13
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'BenediktXVI'
Benedikt XVI. fordert, keine Anstrengung zu scheuen, damit das Land aus der aktuellen Situation der Gewalt herauskommen kann. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) In einem dringenden Aufruf forderte Papst Benedikt XVI. am heutigen Donnerstag, dass auch seitens der internationalen Gemeinschaft keine Anstrengung gespart werde, um Syrien aus der aktuellen Situation der Gewalt herauskommen zu lassen. Dies erklärte der Papst in seiner Ansprache in mehreren Sprachen an die Teilnehmer der 85. Vollersammlung der Vereinigung der Hilfswerke für die Ostkirchen (ROACO). Der Papst mahnte zu humanitärer Hilfe für die notleidende syrische Bevölkerung sowie für die Flüchtlinge in den Nachbarländern. Der Wert des menschlichen sei ein kostbares Gut, das immer geschützt werden müsse.

Werbung
romwallf


Auf Deutsch betonte Benedikt XVI. die Notwendigkeit der Achtung der Menschenrechte, besonders des Rechts auf Religionsfreiheit:

„In der Tat scheint die gegenwärtige wirtschaftliche und soziale Lage, die durch den globalen Umfang, den sie angenommen hat, so anfällig ist, den wirtschaftlich entwickelten Gebieten der Welt keine Luft zu lassen. In noch besorgniserregenderem Maße belastet sie die stärker benachteiligten Gebiete zum ernsthaften Schaden für deren Gegenwart und Zukunft.

Der Orient, das Mutterland der alten christlichen Traditionen, ist in besonderer Weise von dieser Entwicklung betroffen, die Unsicherheit und Instabilität auch auf kirchlicher Ebene und im Bereich des ökumenischen und interreligiösen Dialogs verursacht. Es geht um Faktoren, welche die ortspezifischen Wunden der Geschichte schüren und den Dialog, den Frieden und das Zusammenleben der Völker wie auch die wirkliche Achtung der Menschenrechte, besonders das Recht der Religionsfreiheit des einzelnen und der Gemeinschaft, noch brüchiger machen.

Dieses Recht muss in seinem öffentlichen Bekenntnis garantiert werden und nicht nur hinsichtlich des Kults, sondern auch im Bereich der Seelsorge, Erziehung, der Hilfs- und Sozialdienste – alles unerlässliche Aspekte für seine tatsächliche Ausübung“.

Benedikt XVI. erinnerte dann an das von ihm ausgerufene Jahr des Glaubens und rief das Hilfswerk für die Ostkirchen auf, stets beredtes Zeichen der Nächstenliebe zu sein, „die aus dem Herzen Christi fließt und der Welt die Kirche in ihrer wahrsten Identität und Sendung zeigt, indem sie sie in den Dienst Gottes stellt, der Liebe ist“.

Der Papst beschloss seine Ansprache mit einer Umarmung des Volkes und der Kirche des Libanons, in den ihn seine kommende Reise anlässlich der Übergabe des nachsynodalen Schreibens zur Sonderversammlung der Bischofssynode zum Nahen Osten führen werde.

„ROACO“ wurde 1968 zur Unterstützung der katholischen Ostkirchen gegründet und zählt aktuell 26 kirchliche Hilfswerke zu ihren Mitgliedern. Aus dem deutschsprachigen Raum gehören zur „ROACO“ unter anderem die „Kinderhilfe Bethlehem“, die Vereine vom Heiligen Land, „Misereor“, „Missio/Päpstliche Missionswerke“, „Renovabis“ und „Kirche in Not“:






Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 

meist kommentierte Artikel

Oberster römischer Exorzist: Papst hat einen Exorzismus vollzogen (73)

Der Exorzismus des Papstes (52)

Sexueller Missbrauch: Wie pädophilenfreundlich waren die Grünen? (43)

Qui tacet, consentire videtur? (33)

Streit über Meisners Kritik an deutscher Familienpolitik (29)

Selbstherrlicher Ungehorsam begründet keine ‚Kommunio‘ (29)

Kardinal Meisner: Der neue Papst ist kein Reformer (26)

'Christ & Welt', (k)ein Adelsexperte und kein 1. April-Scherz (23)

'Niemand braucht eine katholische Herzoperation' (22)

Pädophilen-Affäre: Rücktritte bei Grünen sind 'längst überfällig' (20)