21 Juni 2012, 15:00
Fall Emanuela Orlandi: Ali Agca bringt sich wieder ins Spiel
 
Hildegard13
 
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Papstattentäter behauptet: Entführte Vatikanbürgerin "lebt und könnte bald freikommen"

Rom (kath.net/KAP) Die vor 29 Jahren entführte Vatikanbürgerin Emanuela Orlandi könnte nach Angaben des türkischen Papstattentäters Ali Agca bald freikommen. Sie sei 1983 verschleppt worden, um seine Freilassung aus italienischer Haft zu erpressen, behauptete der heute 54-jährige Agca in einem Interview mit der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" vom Donnerstag. Die Frau lebe heute an unbekanntem Ort in der Türkei. "Ich kann zu ihrer Freilassung beitragen, wenn die vatikanische und die italienische Regierung mich anhören", betonte Agca in seinem ersten Interview seit seiner Freilassung aus türkischer Haft 2010.

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Ali Agca hatte Papst Johannes Paul II. am 13. Mai 1981 mit zwei Schüssen auf dem Petersplatz lebensgefährlich verletzt. Die Hintergründe des Anschlags wurden bisher nicht aufgeklärt. Agca selbst hatte unterschiedliche und widersprüchlichen Aussagen gemacht.

Bereits in der Vergangenheit hatte Agca behauptet, Emanuela Orlandi lebe in der Türkei. Jedoch hatte er sich mehrfach in Widersprüche verstrickt und nie einen konkreten Beweis für diese Behauptung geliefert. "Ich schwöre vor Gott, dass Emanuela Orlandi lebt", sagte er jetzt in dem Telefoninterview aus Istanbul. "Ich garantiere, dass sie nach Haus zurückkehrt". Es gehe ihr gut, sie werde menschlich behandelt. "Sie bleibt katholisch und betet jeden Tag", versicherte der Papstattentäter, der in Italien zu lebenslanger Haft verurteilt, im Jahr 2000 jedoch begnadigt und der türkischen Justiz übergeben wurde.

Jetzt will Agca nicht lügen

Beweise für seine Behauptung könne er auch jetzt nicht beibringen, um einen "guten Ausgang nicht zu stören", sagte Agca dem "Corriere". Zugleich dementierte er seine früheren Aussagen, wonach hinter der Entführung Orlandis der Vatikan und die CIA gestanden hätten. Er habe in der Vergangenheit mehrfach und aus unterschiedlichen Gründen gelogen. Jetzt aber versichere er, "dass kein Land, keine Institution und kein Geheimdienst in die Entführung verwickelt" gewesen sei. Die damals 15-jährige Vatikanbürgerin sei "ausschließlich entführt worden, um seine Freilassung zu erwirken. Alles andere sind Hypothesen und Spekulationen, die von kranken, verwirrten und geistesgestörten Menschen erfunden wurden".

Ihm selber gehe es gut, sagte Agca. Er verbringe seine Tage mit dem Studium des Evangeliums, und hoffe eines Tages "das Grab es großen Papst Johannes Paul II., meines geistigen Bruders, besuchen zu können".

Archivfoto: Ali Agca mit Papst Johannes Paul II.

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