22 Juni 2012, 10:00
Achtung: Tabu-Thema!
 
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Abtreibung ist „absolutes Tabu-Thema“. Kein Politiker, Wirtschaftsführer oder Vordenker wage es, dieses Tabu zu brechen, so Kristijan Aufiero, Vorsitzender der Initiative 1000plus, im kath.net-Interview. Von Petra Lorleberg

Heidelberg (kath.net/pl) Abtreibung ist „absolutes Tabu-Thema“. Dies sagt Kristijan Aufiero (Foto), der Vorsitzende der Initiative 1000plus, welche sich für das ungeborene Leben einsetzt. nennt er Die massenweise Abtreibung, erläutert Aufiero im kath.net-Interview , ist die Hauptursache für den Kindermangel in unserer Gesellschaft, doch „kein Politiker, kein Wirtschaftsführer und kein anderer prominenter 'Vordenker' der Nation hat bislang den Mut aufgebracht, dieses Tabu zu brechen und Konsequenzen zu fordern“.


kath.net: Das Hingucker-Foto von der Deutschen Fußballnationalmannschaft des Jahres 2034 (siehe unten) verbreitet sich rasant im Internet. Herr Aufiero, was ist Ihr Anliegen mit diesem Bild?

Kristijan Aufiero:
Wir möchten die augenblicklich riesige Aufmerksamkeit für den Fußball nutzen, um auf ein weitgehend verdrängtes Thema aufmerksam zu machen: Jedes Jahr werden abertausende ungeborener Kinder abgetrieben. Kaum jemand fragt, was aus diesen Babys geworden wäre. Wir von 1000plus sind aber davon überzeugt, dass jeder fehlt, der nicht geboren wird. Nicht nur Fußballspieler, sondern ganz, ganz viele wichtige und wertvolle Menschen.

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kath.net: Die Geburtenrate in der Bundesrepublik Deutschland ist bekanntermaßen erschreckend niedrig. Warum finanzieren wir trotzdem leichter Abtreibungen als Erziehungsgelder?

Aufiero:
Das alles ist eigentlich nicht zu verstehen und ich habe offen gesagt keine wirkliche Antwort auf diese Frage. Wir erleben in diesem Bereich eine unfassbare Schizophrenie in unserer Gesellschaft und eine schwer zu erklärende Inkonsequenz. Fest steht, dass wir es bei der Abtreibung mit einem absoluten Tabu-Thema zu tun haben. Zweifellos ist keine andere Ursache für den Kindermangel so evident wie die massenweise Abtreibung der letzten Jahrzehnte. Aber: Ganz gleich, wie naheliegend dieser Zusammenhang sein mag, dieses Faktum anzusprechen ist einfach tabu. Kein Politiker, kein Wirtschaftsführer und kein anderer prominenter „Vordenker“ der Nation hat bislang den Mut aufgebracht, dieses Tabu zu brechen und Konsequenzen zu fordern.

kath.net: Wie erleben Sie die öffentliche Diskussion darüber?

Aufiero:
Auf der Basis der Erfahrungen, die wir in unserer täglichen Beratungsarbeit machen, muss man festhalten: Die öffentlichen Diskussionen in Politik und Medien gehen größtenteils an der konkreten Wirklichkeit der Schwangeren vorbei. Das betrifft vor allem die viel zitierten Forderungen nach „Selbstbestimmung“ und „Entscheidungsfreiheit“ bzw. „Wahlfreiheit“. Sieht man sich die Realität von Schwangeren im Konflikt an, stellt man schnell fest, dass diesen Forderungen ein fundamentaler Irrtum zu Grunde liegt. Denn: Keine Frau treibt gerne ab. Jede Schwangere im Konflikt wünscht sich eigentlich bessere Umstände für ihr Baby – keine Abtreibung. Der häufigste Grund für den „Abtreibungswunsch“ der Frau lautet: „Er will das Kind nicht“. Daneben sind Beziehungsprobleme in allen Facetten, Überforderung und Erschöpfung sowie „der falsche Zeitpunkt“die häufigsten Motive für die Abtreibung.

Da stellt sich doch die Frage: Wie viel subjektive „Wahlfreiheit“ hat eine Schwangere denn, die von ihrem Freund oder Ehemann verlassen wird, wenn sie das gemeinsame Kind bekommt? Oder die allein erziehende Mutter von zwei kleinen Kindern, die schon jetzt unter der Doppelbelastung zusammenbricht? Oder die junge Familie, die jeden Cent der zwei Gehälter braucht, um die Schulden für die Wohnung abzubezahlen? Ohne echte Alternativen zur Abtreibung gibt es keine Wahl. Und ohne Wahl gibt es keine Entscheidungsfreiheit

kath.net: Sie setzen sich für das ungeborene Leben ein, dabei sind Sie ausdrücklich nicht GEGEN etwas, sondern FÜR.

Aufiero:
Wir setzen auf positive Kommunikation, weil wir deutlich machen wollen, welche Chancen in echter Beratung und konkreter Hilfe für Frauen im Schwangerschaftskonflikt stecken. Unsere Botschaft heißt „Hilfe statt Abtreibung!“, damit all die Babys zur Welt kommen können, deren Leben bedroht ist, weil ihre Mütter alleingelassen, verzweifelt und hilflos sind.

kath.net: Welche Rückmeldungen bekommen 1000plus und die darin zusammengeschlossenen Organisationen von Frauen, die durch Ihre Beratung zu einem Ja zum Kind gefunden haben?

Aufiero:
Inzwischen sind eine ganze Reihe von originalen Rückmeldungen auf unserem Internetforum http://vorabtreibung.net/ nachzulesen. Ein paar Auszüge:

„Ich war ganz alleine, von niemandem ernst genommen. Als noch meine eigenen Eltern Druck auf mich machten, um des Friedens Willen und den Erhalt der Ehe, brach für mich die Welt zusammen. Die einzige Person, die mich wirklich verstanden hat, mich ernst genommen hat, mich gut beraten hat, war die Beraterin von Pro Femina. Ich bin so dankbar, dass ich durch sie gestärkt worden bin, das zu tun, womit ich heute glücklich bin...“

„...bei dem Telefonat wurde ich von einer Mitarbeiterin so toll und einfühlsam beraten, ich fühlte mich verstanden und zu nichts gedrängt, sie war für alle Fragen, Ängste, Überlegungen offen, sie hat einfach zugehört und ist mir in aller Menschlichkeit begegnet, die man leider selten noch trifft. Der Kontakt hält bis heute und ich bin so dankbar dafür, dass ich Pro Femina gefunden habe!!! Ich kann allen Frauen in der gleichen Situation von Herzen empfehlen, wendet euch an Pro Femina!!“

Link: http://www.1000plus.de/

Zur Diskussion über „Abtreibung“ im kath.net-Forum






Foto Kristijan Aufiero: © 1000plus







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