
Köln (kath.net/KNA) Kölns Kardinal Joachim Meisner kritisiert den politischen Widerstand gegen das Betreuungsgeld für Mütter, die ihre Kleinkinder nicht in eine Krippe geben und selbst erziehen. Kinder sollten «wenigstens in den ersten drei Jahren» in der Familie und bei der Mutter «wirklich ein Zuhause finden», sagte der Erzbischof am Dienstagabend in Köln. Die Familie sei für das Kind in den ersten drei Jahren ein wichtiger Raum zur Entfaltung. Werde ihm dieser vorenthalten, gehe dies zu Lasten des neuen Menschen und seiner späteren Lebensmöglichkeiten.
Kinderkrippen können und dürfen nach Worten Meisners kein Ersatz für Familie sein, sondern nur eine «notwendige, oft bitter notwendige Ergänzung». Der Kardinal und frühere Berliner Bischof betonte, dass selbst namhafte marxistische Pädagogen in der DDR die großen Probleme mit der damaligen Jugend darauf zurückgeführt hätten, dass der Staat aus dem biblischen Provisorium Kinderkrippe eine ständige Einrichtung gemacht habe.
Meisner äußerte sich bei einer hl. Messe im Rahmen des 100-Jahr-Jubiläums des Bundesverbandes Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder (KTK). Der Erzbischof rief dazu auf sicherzustellen, dass die Kinder die katholischen Kitas als Ort erfahren, in denen Gott die Mitte sei. In ihnen sollten Mädchen und Jungen die Welt als Schöpfung kennenlernen, die Gott dem Menschen zur Verantwortung übergeben habe.
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