20 Juni 2012, 08:47
Schweiz: Weltkongress der Sterbehilfe-Organisationen beendet
 
Hildegard13
 
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In Zürich trafen 1000 Vertreter von 55 Organisationen zusammen, die gegen Bezahlung beim Selbstmord assistieren

Zürich (kath.net/idea) Begleitet von Kritik aus Kirchen und Lebensrechtsorganisationen hat in Zürich ein Weltkongress von 55 Organisationen stattgefunden, die Schwerstkranken bei der Selbsttötung assistieren – gegen Bezahlung. Nach Angaben der schweizerischen Sterbehilfeorganisation Exit nahmen daran vom 12. bis 18. Juni rund 1.000 Personen teil. Veranstalter waren der „Weltbund der Gesellschaften für ein Recht zu sterben“ und die beiden Organisationen „Exit Deutsche Schweiz“ und „Exit Französische Schweiz“.

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In der Schweiz ist der begleitete Suizid zulässig, solange er nicht „aus selbstsüchtigen Beweggründen“ erfolge und das Opfer letztlich seinen Tod selbst herbeiführt. So darf etwa die Giftspritze präpariert, aber nicht verabreicht werden. Die schweizerischen Organisationen Exit und Dignitas haben im vergangenen Jahr rund 450 Personen zum Selbstmord verholfen. Sie stellen einen Gift-Cocktail zur Verfügung, den die Betroffenen dann selbst einnehmen.

In der Schweiz gibt es laut Bundesamt für Justiz jährlich bis zu 1.400 „Selbsttötungen“. Aus Deutschland sprach auf dem Kongress der frühere Hamburger Justizsenator Roger Kusch, Vorsitzender des Vereins „Sterbehilfe Deutschland“. Nach seinen Angaben hat der Verein 2011 bei 27 Personen einen „Freitod begleitet“. Das seien 27 Fälle „praktizierter Humanität“ gewesen.

Kritik

Scharfe Kritik kommt dagegen von der katholischen Kirche. Wegen Vereinigungen wie Exit nehme die Zahl der Selbstmorde zu, beklagte Thierry Collaud, Präsident der Bioethikkommission der Schweizer Bischofskonferenz.

Die bayerische Justizministerin Beate Merk (CSU) nannte den Kongress ein Signal gegen Mitmenschlichkeit. Statt Wege zu suchen, wie Menschen wieder Lebensmut schöpfen können, sei bei dem Kongress darüber diskutiert worden, wie ihnen „geschäftsmäßig der schnelle Tod verschafft werden kann“.

Die „Aktion Lebensrecht für Alle“ (ALfA/Augsburg) forderte angesichts des Kongresses, in Deutschland jede organisierte Form der Suizidhilfe zu verbieten. Das Treffen habe gezeigt, „wie schlagkräftig viele der Vereine organisiert sind, die sterbenskranken und lebensmüden Menschen einen begleiteten Suizid offerieren“, erklärte die ALfA-Vorsitzende, die Ärztin Claudia Kaminski (Köln).

Die Schweiz ein „El Dorado für Geschäfte mit dem Suizid“

Sie warnte davor, in Deutschland nur die „gewerbsmäßige Förderung der Selbsttötung“ zu verbieten, wie es ein Gesetzentwurf von Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) vorsieht. Kaminski: „Denn obwohl das Schweizer Strafgesetzbuch die Beihilfe zum Suizid aus ‚selbstsüchtigen Beweggründen‘ mit Haft von bis zu fünf Jahren bedroht, ist die Schweiz inzwischen zu einem El Dorado für Organisationen geworden, die mit dem Suizid fremder Menschen Geschäfte machen.“








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