19 Juni 2012, 14:30
Wann ist 'Normalität' zwischen Juden und Christen erreicht?
 
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Limburger Bischof Tebartz-van Elst traf sich mit Vertretern jüdischer Gemeinden. Thema war u.a. der noch immer latent vorhandene Antisemitismus in der deutschen Gesellschaft.

Frankfurt (kath.net/pbl) Die besonderen Beziehungen zwischen Judentum und Christentum hat der Bischof von Limburg, Franz-Peter Tebartz-van Elst, in einem Hintergrundgespräch mit Vertretern der jüdischen Gemeinden in Hessen hervorgehoben. Der Bischof hatte sich am Montag, 18. Juni, bereits zum zweiten Mal in seiner Amtszeit mit Vertretern jüdischer Gemeinden im Haus am Dom in Frankfurt getroffen.

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Themen des Gespräches, an dem Salomon Korn, der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, und Moritz Neumann, Vorsitzender des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Hessen, sowie der Direktor des Hauses am Dom, Joachim Valentin, teilnahmen, waren außerdem der immer noch latent vorhandene Antisemitismus in der deutschen Gesellschaft und der fragwürdige Begriff der „Normalität“. Wie Salomon Korn hervorhob, kann es im Verhältnis der Religionen keine „Normalität“ geben, solange sie im Gespräch immer noch beschworen werden muss: „Erst wenn wir die Normalität jüdischen Lebens in Deutschland nicht mehr betonen müssen, werden wir sie erreicht haben“, meinte er und unterstrich, das könne wohl vier oder mehr Generationen dauern.

Bischof Tebartz-van Elst verwies auf das Wort von Papst Johannes Paul II., der die Juden als die älteren Geschwister der Christen bezeichnet habe. Dies sei ein sehr schönes und passendes Bild für das Verhältnis zwischen Judentum und Christentum, zumal beide einen großen Teil der Heiligen Texte teilten. Tebartz-van Elst, der selbst seit seiner Jugend Mitglied der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit ist, unterstrich die Bedeutung der regelmäßigen Wallfahrten des Bistums Limburg in das Heilige Land: „Gerade in der Begegnung auch mit dem modernen Israel gelingt es, bestehende Vorurteile abzubauen und ein Verständnis für die Lage Israels zu wecken“, betonte er.

Für den Herbst lud Salomon Korn den Bischof zu einer Führung durch die Westend-Synagoge in Frankfurt ein. Bereits zuvor hatte der Bischof die Vertreter der Jüdischen Gemeinden in Hessen zu einem Besuch des Limburger Domes eingeladen. Dabei sollen die Gespräche, die Valentin als „vertrauensvoll und geschwisterlich“ charakterisierte, fortgesetzt werden.

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