16 Juni 2012, 23:00
Deutsche Karmeliten schließen Provinzen zusammen
 
Hildegard13
 
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Wegen Nachwuchsmangelns schließen sich die beiden deutschen Provinzen des Karmeliterordens zu einer Gesamtprovinz mit Sitz in Bamberg zusammen. Der Orden ist seit 1265 in Deutschland ansässig.

Bamberg (kath.net/KNA) Wegen Nachwuchsmangels schließen sich die beiden deutschen Provinzen des Karmelitenordens zum 1. Januar 2013 zusammen. Sitz der neuen Gesamtprovinz mit rund 80 Mitgliedern in Deutschland wird Bamberg sein, wie der Provinzial der Oberdeutschen Provinz, Pater Dieter Lankes, am Freitag auf Anfrage bestätigte. Damit könne die Provinz Körperschaft öffentlichen Rechts bleiben. Diesen unter anderem mit Steuerprivilegien verbundenen Status gibt es für Ordensgemeinschaften nur in Bayern.

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Die Niederdeutsche Provinz hatte die Vereinigung bereits im vergangenen Jahr beschlossen, die Oberdeutschen zogen jetzt nach. Es handelt sich bereits um die dritte derartige Zusammenlegung des Ordens, der seit 1265 in Deutschland ansässig ist. Für 2013 bis 2015 wird der Generalobere der Karmeliten in Rom eine Übergangsleitung ernennen, bis das erste gesamtdeutsche Provinzkapitel wieder eigene Obere wählt.

«Sicher werden wir uns noch von einigen Standorten trennen müssen», sagte Lankes. Als gesichert gelten Bamberg als Sitz der Provinzleitung und Mainz, wo bereits länger ein gemeinsames Ausbildungszentrum betrieben wird.

Noch bis Jahresende soll die 1951 von Bamberg aus gestartete Brasilienmission zu einer eigenen Provinz aufgewertet werden. In dem lateinamerikanischen Land wirkt laut Lankes nur noch ein deutscher Missionar bei inzwischen rund 40 einheimischen Mitbrüdern. Das oberdeutsche Provinzkapitel entsprach der Bitte aus Brasilien, bei der Ordensleitung in Rom die rechtliche Selbstständigkeit zu beantragen.

Bereits seit 2007 sind die indischen Karmeliten mit rund 90 Mitgliedern eine eigene Provinz. Die meisten von ihnen wurden in Deutschland ausgebildet. Dass nun beide oberdeutschen «Töchter» eigenverantwortlich seien, sei ein Beleg für die Wirksamkeit des jahrzehntelangen missionarischen Engagements der Oberdeutschen Provinz, erklärte Lankes. Die niederdeutschen Mitbrüder begannen zudem 2001 mit einer Mission in Kamerun.

Die Karmeliten sind in Deutschland in der Pfarrseelsorge, der Erwachsenenbildung, der spirituellen Begleitung und der Missionsarbeit tätig. Der Orden ist der einzige, der nicht eine einzige Gründergestalt hat. An seinem Anfang im 12. Jahrhundert standen Kreuzfahrer und Pilger, die sich im Heiligen Land als Gruppe in die Einsamkeit zurückzogen, um Gottes Spuren zu entdecken. Die Karmeliten sind heute weltweit in mehreren Zweigen verbreitet.

Der Orden brachte eine Reihe Heilige und Märtyrer hervor, darunter die Kirchenlehrerin Teresa von Avila und die von den Nazis in Konzentrationslagern ermordeten Edith Stein und Titus Brandsma.

(C) 2012 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

Foto: (c) www.karmeliterorden.de






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