
Wien (kath.net/KAP) Das Bemühen um Einheit hat Kardinal Christoph Schönborn jenen sechs Männern ans Herz gelegt, die er am Freitag im Wiener Stephansdom zu Priestern geweiht hat. Der Wiener Erzbischof betonte, dass Einheit keine "Einheitlichkeit" voraussetze, sondern in Kombination mit Vielfalt durchaus lebbar sei. Voraussetzung für diese Einheit in Vielfalt sei, dass die unterschiedlichen Gaben, die jeder in die Kirche einbringe, anerkannt werden. Letztlich entstehe Einheit nur durch den einen Herrn und das "Band der Liebe" zwischen jenen, die ihm nachfolgen, so Schönborn. "Bauen wir auf die Einheit", auch wenn diese manchmal "nicht ohne Opfer" zu bringen möglich sei, appellierte er an die Neupriester.
Die sechs Weihekandidaten Joseph Bolin, Helmut Klauninger, Tomasz Iwandowski und Thomas Wisotzki aus dem Wiener Priesterseminar, Daniel Sancho Mengod aus dem Missionskolleg "Redemptoris Mater" sowie der Salvatorianer Istvan Barazsuly bringen nach den Worten des Kardinals höchst unterschiedliche Lebenserfahrungen in die Wiener Priesterschaft ein.
Das breite Spektrum reiche von einem aus der ehemaligen DDR stammenden Mann, der "die Erfahrung der Diaspora" mitbringe, bis hin zu einem aus Polen stammenden ehemaligen Mitglied einer hoffnungsvollen und dann doch gescheiterten monastischen Gemeinschaft, der sich davon aber nicht vom Wunsch, Priester zu werden, abbringen habe lassen. Nur einer der Neugeweihten sei Wiener, ein anderer stamme aus Spanien und stehe für die Bereitschaft, "um des Evangeliums Willen weit in die Welt hinauszugehen", so Schönborn.
All diese Lebenshintergründe entlockten ihm ein freudiges "Welche Vielfalt!", so der Kardinal. Dass die Wiener Priesterschaft derart vielgestaltig sei, empfinde er als "großen Reichtum der Erzdiözese". In seiner eigenen Generation sei der Weg zum Priestertum oft viel klarer vorgezeichnet gewesen. Heute hingegen sei eine Vielfalt sichtbar, die zugleich ein "großes Geschenk" sei, so Schönborn. Sie zeige gerade am Herz-Jesu-Fest, an dem zuletzt in Wien immer wieder Priester geweiht wurden, das "offene Herz des Herrn".
Heuer mindestens 28 Neupriester in Österreich
Die sechs Wiener Neupriester gehören zur Schar von mindestens 28 Kandidaten, die in Österreich vor allem rund um das Apostelfest "Peter und Paul" zu Priestern geweiht werden. Von den 28 Neupriestern sind 15 Diözesanpriester, 13 kommen aus Ordensgemeinschaften. Durch weitere Priesterweihen in der zweiten Hälfte des laufenden Jahres könnte sich die Zahl bis Dezember noch erhöhen. Vor allem Weihen von Ordenspriestern finden nicht nur rund um "Peter und Paul" am 29. Juni statt, sondern während des ganzen Jahres.
Im Vorjahr waren mit 39 außergewöhnlich viele Neupriester geweiht worden. Heuer sinkt die Zahl der Weihen offenbar wieder etwas, bleibt aber im Rahmen des Durchschnitts der letzten Jahre. Mit einzelnen Ausnahmen - wie eben 2011 mit 39 oder 2008 mit mehr als 40 Priesterweihen - werden seit rund zehn Jahren in Österreich pro Jahr zwischen 25 und 35 Priesterweihen gefeiert.
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Foto: (c)Erzdiözee Wien
Bildlegende: Als Zeichen der Dienstbereitschaft legten sich die Kandidaten vor den Alltar.
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