16 Juni 2012, 16:11
Bischof Lackner: Iren sind durch Krisen nicht entmutigt
 
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Österreichischer bischöflicher Vertreter beim Eucharistischen Weltkongress in Dublin: "Leise Bewegung der Rückkehr hat eingesetzt"

Dublin (kath.net/KAP) Der österreichische bischöfliche Vertreter beim Eucharistischen Weltkongress in Dublin, Weihbischof Franz Lackner (Foto), hat die wichtigen weltkirchlichen Impulse dieses Großevents hervorgehoben. Die Probleme, mit denen die katholischen Iren konfrontiert seien - Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit, Aufarbeitung des kirchlichen Missbrauchsskandals - hätten nicht zu einer Entmutigung geführt: Man könne in Irland vielmehr erleben, dass "eine leise Bewegung der Rückkehr" eingesetzt habe, sagte Lackner am Freitag im "Kathpress"-Gespräch. Freilich - und darauf hätten auch Kardinäle und Bischöfe beim Kongress hingewiesen - dürfe "kein Triumphalismus aufkommen".

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Bischof Lackner hatte auch am Theologischen Symposion vor dem Eucharistischen Weltkongress teilgenommen. Beim Symposion seien vor allem Ordensfrauen aus Nigeria positiv aufgefallen, die einen Erfahrungsbericht aus einem völlig innovativen Zugang zur Heiligen Schrift vortrugen, berichtete Lackner.

Die Kongresstage im Ausstellungs- und Sportzentrum seien gut besucht, an den Abenden kämen auch viele Jugendliche. So sei der Saal, in dem Skiweltcupsiegerin Renate Götschl und er das Thema "Sport und Glaube" ausgeführt hätten, viel zu klein gewesen; viele jugendliche Interessenten hätten abgewiesen werden müssen, bedauerte er. Ebenso habe es ein unerwartet großes Interesse für den Auftritt der österreichischen katholischen Kindermusicalgruppe "Kisi Kids" gegeben. Große Beteiligung hätten auch die Jugendworkshops gehabt, berichtete Lackner, der einen zum Thema Ehe und Familie gehalten hatte.

Bußgottesdienst als "tiefes Erlebnis"

Thematisch sei jeder Tag einem Sakrament gewidmet gewesen. Beim Buße-Versöhnung-Schwerpunkt am Donnerstag sei klarerweise auch das Missbrauchthema nicht ausgeklammert worden, sagte der Bischof. Den Gottesdienst mit dem großen Bußakt, den Kardinal Sean Braday leitete, bezeichnete Lackner als "sehr tiefes Erlebnis".

Ebenfalls am Donnerstag habe ein Empfang beim österreichischen Botschafter Walter Hagg stattgefunden, berichtete Lackner. Sowohl der Botschafter als auch seine Frau Aglae Hagg, ehemals Mitarbeiterin der Stiftung "Pro Oriente", hätten auf zahlreiche gute Entwicklungen in der Kirche Irlands hingewiesen, die im deutschsprachigen Raum wenig Beachtung fänden.

Betont worden sei u. a., dass der große Boom der 1990er-Jahre, der durch die Bankenkrise zusammenbrach, viele ratlos zurückgelassen hatte. Dementsprechend habe das Thema Arbeitslosigkeit beim Kongress eine große Rolle gespielt.

Papstzuspielung live

Papst Benedikt XVI. wird sich kommenden Sonntag mit einer Videobotschaft direkt an die Teilnehmer des Eucharistischen Weltkongresses in Dublin wenden. Bei der feierlichen Abschlussmesse, der "Statio orbis" soll eine auf englisch gehaltene Papstrede eingespielt werden.

Der einwöchige 50. Eucharistische Weltkongress der katholischen Kirche hat vergangenen Sonntag in Dublin begonnen. Ziel ist es, die Verehrung der Eucharistie weltweit zu fördern. Zum mehrstündigen Abschlussgottesdienst am Sonntag im Croke Park Stadium wird zusammen mit rund 80.000 Katholiken auch Irlands Staatspräsident Michael Higgins erwartet. Insgesamt gab es rund 130 Kurse, Vorträge, Diskussionen und Zeremonien. Unter dem Titel "Go! Be Church" wurde für Leute von 17 bis 25 Jahren ein spezielles Programm zusammengestellt.

Eucharistische Kongresse zählen neben den Weltjugendtagen zu den größten Veranstaltungen der katholischen Kirche. Papst Benedikt XVI. hebt immer wieder hervor, dass zwischen eucharistischer Frömmigkeit und karitativem Wirken ein untrennbarer Zusammenhang bestehe. Am letzten Treffen dieser Art im kanadischen Quebec nahmen 2008 etwa 200.000 Menschen teil.

Geistiger Vater der Kongresse ist der französische Priester Pierre Julian Eymard (1811-1868). 1881 veranstaltete die Französin Emilie Tamisier (1834-1910) in Lille den Ersten Eucharistischen Weltkongress.

Der Eucharistische Weltkongress ist in Irland und den englischsprachigen Ländern auch ein mediales Ereignis. In der übrigen Weltkirche fand er bisher geringeren Widerhall. Im Vorfeld hatten Zeitungen über Schwierigkeiten bei der Finanzierung des Kongresses berichtet. Die Kosten von insgesamt rund 11,8 Millionen Euro sollten teilweise durch kommerzielle Spender aufgebracht werden; wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage in Irland fiel die Spendensumme jedoch geringer aus als geplant.

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Foto Weihbischof Lackner: © Bistum Graz-Seckau/Christian Jungwirth







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