14 Juni 2012, 19:00
Vatikan erwartet Antwort der Piusbrüder im Juli - Neue Gespräche?
 
Hildegard13
 
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UPDATE von 19.00 Uhr: Neue Erklärung der Piusbruderschaft: "Der Wille nach weitergehenden Klärungen könnte in eine neue Reihe von Gesprächen münden" - Vatikan will Personalprälatur anbieten

Vatikanstadt/Paris (kath.net/KNA/red/rn/as) Der Vatikan hat am Mittwochabend mit der Leitung der Piusbrüder über den Fortgang der kirchlichen Einigungsbemühungen beraten. Der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal William Levada, legte dem Oberen der Priesterbruderschaft St. Pius X., Bernard Fellay, bei einem ausführlichen Gespräch am Sitz seiner Kurienbehörde die offizielle Antwort des Papstes vor.

Benedikt XVI. hatte Levada und dem Kongregationssekretär Luis Francisco Ladaria am Samstag seine Entscheidung zum bisherigen Verlauf des Dialogs mit den Traditionalisten mitgeteilt. Im Mittelpunkt steht die sogenannte lehrmäßige Präambel, die der Vatikan den Piusbrüdern zum Abschluss eineinhalbjähriger Expertenberatungen als Grundlage für eine Einigung vorgelegt hatte. Unklar ist bislang, ob und mit welchen Modifizierungen Fellay diese Präambel akzeptieren will; unbekannt ist auch das Votum des Papstes.

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Der Vatikan hatte den Piusbrüdern Mitte September 2011 zum Ende der theologischen Gespräche ein Dokument mit Lehr- und Interpretationsprinzipien der katholischen Glaubenslehre zur Unterzeichnung übergeben. Darin wird die Treue zum Lehramt der katholischen Kirche einschließlich der Aussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) festgehalten.

Die beiden ersten Antworten der Traditionalisten hatte der Vatikan als ungenügend bewertet. Ein drittes Schreiben Fellays von Mitte April wurde von der Kardinalsversammlung der Glaubenskongregation am 16. Mai beraten und dem Papst zur Entscheidung vorgelegt.

Zugleich koppelte die Kongregation die Beratungen mit Fellay von Verhandlungen mit den drei übrigen Traditionalistenbischöfen ab, die ebenfalls 1988 illegal von Erzbischof Marcel Lefebvre (1905-1991) geweiht wurden. Diese drei, unter ihnen der Holocaustleugner Richard Williamson, hatten eine Einigung mit Rom für die nähere Zukunft prinzipiell ausgeschlossen.

Für Irritationen sorgen in Rom unterdessen jüngste öffentliche Äußerungen Fellays, der Vatikan verlange von den Piusbrüdern nicht mehr die Akzeptanz des gesamten Zweiten Vatikanums. Im Vatikan hieß es dazu, die Annahme des vollständigen Lehramtes der katholischen Kirche sei und bleibe Grundlage für eine Beendigung des Bruchs zwischen Rom und den Traditionalisten.

Unterdessen berichtet der Rom-Korrespondent der französischen katholischen Tageszeitung «La Croix» (Donnerstag), das vom Vatikan vorgelegte Dokument biete den Traditionalisten für den Fall einer Einigung eine Wiederaufnahme in Form einer Personalprälatur, ähnlich der des Opus Dei, an. Allerdings gebe es in der jüngsten Antwort Fellays immer noch Formulierungen, die der Papst abgelehnt habe. Unter anderem sei darin von «Irrtümern des Konzils» die Rede.

Das Blatt will erfahren haben, dass das Dokument nach erfolgter Einigung veröffentlicht werden solle; allerdings sei vereinbart worden, die nunmehr durch Verhandlungen veränderte Ursprungsversion nicht zu publizieren. Nun sei es zunächst an Fellay, die vom Vatikan vorgenommenen Veränderungen zu akzeptieren. Nicht unwahrscheinlich sei, dass er sich am Mittwoch bei Levada eine neuerliche Zeit des Nachdenkens für die Bruderschaft ausgebeten habe.

Der Sprecher des französischen Distrikts der Priesterbruderschaft, Abbé Alain Lorand, erklärte dann gegenüber der Presse, dass für eine Antwort eine Woche bis 10 Tage vorgesehen seien. Bei dem Treffen vom Mittwoch habe es sich nur um einen Schritt in einem Prozess gehandelt.

Im Fall einer Einigung will der Vatikan nach eigenen Angaben der Priesterbruderschaft den Rang einer Personalprälatur zuerkennen. Ein entsprechender Entwurf sei ebenfalls bei dem Gespräch vorgelegt worden.

UPDATE:

Der Vatikan erwartet eine Antwort der Piusbrüder auf seinen jüngsten Einigungsvorschlag im Verlauf des Monats Juli. Das erklärte Vatikansprecher Federico Lombardi am Donnerstag gegenüber Journalisten. Nach dem Gespräch von Kardinal William Levada mit dem Generaloberen der Priesterbruderschaft St. Pius X. vom Mittwochabend liege der «Ball nun im Feld der Traditionalisten». Diese müssten entscheiden, ob sie mit der vatikanischen Bewertung ihrer Antwort vom April einverstanden seien, so Lombardi. Inhaltliche Angaben, ob die Antwort «positiv» und somit eine Einigung möglich sei, wollte der Sprecher nicht machen.

Update von 19.00 Uhr

Das Generalhaus der Piusbruderschaft hat am Donnerstag am Abend ebenfalls eine Erklärung veröffentlicht und das Treffen von Rom bestätigt. Im Laufe dieses Treffens hat sich Bischof Fellay laut der Piusbruderschaft die Erklärungen und Hinweise von Kardinal Levada angehört. Fellay legte die "Schwierigkeiten in Glaubensfragen" dar, welche das II. Vatikanum und der Novus Ordo Missae seiner Meinung nach angeblich verursachen. "Der Wille nach weitergehenden Klärungen könnte in eine neue Reihe von Gesprächen münden. Anlässlich dieser Zusammenkunft wurde der Wunsch ausgedrückt, das Gespräch fortzuführen.", heißt es weiters in der Erklärung.

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