Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. ZDF hasst Katholiken
  2. Vatikan-Bischof lobt John Lennons atheistisches ‚Imagine‘ als ‚schönstes Lied der Welt‘
  3. Die 'Akte Lügenfritz': Wenn Staatsgläubigkeit die Meinungsfreiheit verdrängt
  4. Deutliche Kritik an 'Amoris Laetitia' im Vorfeld des Papstbesuches
  5. Christus bleibt nicht im Tempel! Fronleichnam: Einladung für die Gegenwart
  6. Es gibt keine zweite Chance mehr
  7. 'Armutsindustrie' in der Kritik: Statistik misst Ungleichheit, nicht echte Not
  8. Papst Pius X.: ‚Was brauchen wir heute am meisten, um die Gesellschaft zu retten?
  9. Akademie Johannes Paul II. fordert Kard. Grech auf, den pro-LGBT-Synodenbericht zurückzunehmen
  10. "Gesegneten Frohnleichnahm" - eine CSU-Blamage zu Fronleichnam
  11. Technisch brillant, geistig obdachlos
  12. Kardinal Woelki: In der Eucharistie schenkt sich Christus selbst
  13. Ritus, Zeichen und Symbol: Der Weg zum Mysterium
  14. Großes Kardinalstreffen mit dem Papst - KI statt Liturgie
  15. "Ich glaube, dass ich glaube"

Reformationsjubiläum 2017: Alles Luther oder was?

12. Juni 2012 in Aktuelles, 64 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


EKD-Botschafterin Margot Käßmann: Der Reformator wäre heute beliebter Talkshow-Gast


Wetzlar (kath.net/idea) Alles Luther oder was? So könnte man einen Werbespruch abwandeln angesichts des großen Aufwands, mit dem die evangelische Kirche das 500-jährige Reformationsjubiläum 2017 vorbereitet. Seit 2008 läuft eine Luther-Dekade mit wechselnden Jahresthemen, die auf das Ereignis hinführt. Der Rat der EKD hat eine Botschafterin ernannt: Die für ihre Mediengewandtheit bekannte ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann (Berlin) soll für das Jubiläum werben. Wie steht sie zu Martin Luther (1483-1546), der mit seinem Thesenanschlag am 31. Oktober 1517 an der Schlosskirche zu Wittenberg die Reformation auslöste? Dazu äußert sich die frühere hannoversche Landesbischöfin in einem Interview mit der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar). Nach ihren Worten wäre Luther heute bei Talkshows ein beliebter Gast – auch als Provokateur. Er sei eine markante Figur, an der sich die Menschen reiben und stoßen. Käßmann zufolge hat Luther dazu aufgefordert, das eigene Gewissen zu schärfen und die Aussagen von Autoritäten zu prüfen. Mit seiner Haltung „Ich stehe hier und kann nicht anders. Gott helfe mir. Amen.“ könnten auch nicht-religiöse Menschen etwas anfangen. Der heutige Rechtsstaat und das Prinzip der Gewissensfreiheit hätten sich „glasklar von Luther her“ entwickelt. Leider habe er die Gewissensfreiheit nicht allen anderen so zugestanden, wie er sie selbst eingefordert habe. Luther sei aber nicht nur ein deftiger Redner gewesen, sondern habe auch sehr liebevolle Seiten gehabt. So habe er Lebensmut gemacht und dazu aufgefordert, das Leben fröhlich zu leben.


Luther nicht zum Heiligen erklären

Allerdings dürfe man den Reformator nicht zum Helden stilisieren: „Luther war sicher kein Diplomat. Auch im Umgang mit seiner eigenen Kirche konnte er ziemlich derb werden.“ Vieles, was Luther damals gesagt habe, sei in heutiger Perspektive nicht akzeptabel. Als Beispiel nannte Käßmann seine Äußerungen gegen die Juden. Seine anti-judaistischen Ausfälle hätten die reformatorischen Kirchen auf schreckliche Weise in die Irre geführt. In der Folge habe die evangelische Kirche schwere Schuld auf sich geladen. Käßmann: „Ich würde Luther deshalb nie zum Heiligen erklären.“ Trotzdem sei er eine faszinierende Figur: „Er hat aus Glauben den Schritt vom Mittelalter in die Neuzeit gewagt – und den Weg zu Freiheit, Demokratie und Menschenrechten geebnet. Allerdings hing er mit einem Fuß immer noch im Mittelalter.“ Sie halte an Luther fest, so die 54-Jährige, weil seine Kritik am Zustand seiner Kirche, am Ablasshandel und seine Öffnung für Laien für eine enorme Befreiung stünden. Luther habe dadurch die Kirche menschlich gemacht. Käßmann: „Wir müssen Luthers großartige historische Leistung, seine theologische Genialität und seinen gesellschaftlichen Mut abwägen gegen seine problematischen Äußerungen und Irrtümer. Für mich überwiegen insgesamt ganz klar die positiven Leistungen.“


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Luther

  1. Augustiner sehen ihr früheres Mitglied Luther kritisch
  2. Außer Spesen nichts gewesen
  3. Luther und seine Zeit - ein Überblick
  4. Mythos Martin Luther und die historischen Fakten
  5. Koch: Kirche ließ sich auf Luther-Anliegen viel zu wenig ein
  6. Luther. ‘So what?’
  7. Sprachforscher Bering: Luther war antisemitisch
  8. Wissenschaftler kritisieren Reformationsjubiläum
  9. Kriminologe fordert von EKD Aufarbeitung von Luthers Judenfeindschaft
  10. Evangelischer Historiker: Überlasst Luther nicht der EKD!






Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG noch bis 22. JUNI!
  2. ZDF hasst Katholiken
  3. Deutliche Kritik an 'Amoris Laetitia' im Vorfeld des Papstbesuches
  4. Schottischer Pfadfinderjunge verweigert Verbeugung vor Allah in der Moschee
  5. "Ich musste ihm unglücklicherweise ein paar Schläge verpassen"
  6. "Gesegneten Frohnleichnahm" - eine CSU-Blamage zu Fronleichnam
  7. Vatikan-Bischof lobt John Lennons atheistisches ‚Imagine‘ als ‚schönstes Lied der Welt‘
  8. Warum haben alte Kirchen einen verborgenen Raum unter dem Altar?
  9. Die 'Akte Lügenfritz': Wenn Staatsgläubigkeit die Meinungsfreiheit verdrängt
  10. Papst kommt unpünktlich und scherzt auf Deutsch: "Ich bin Ausländer"
  11. Akademie Johannes Paul II. fordert Kard. Grech auf, den pro-LGBT-Synodenbericht zurückzunehmen
  12. Das Beichtgeheimnis: Festgeschrieben für die Ewigkeit?
  13. „Silere non possum“: „Die Führung dieses Dikasteriums war ein Desaster“
  14. Eine katholische Heldin
  15. 'Armutsindustrie' in der Kritik: Statistik misst Ungleichheit, nicht echte Not

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz