04 Juni 2012, 16:00
Keine Straftat, aber schwerer Verstoß gegen den priesterlichen Dienst
 
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Erzbistum Berlin erlässt disziplinarrechtliche Maßnahmen gegen den früheren Pfarrer von St. Marien, Reinickendorf/Berlin

Berlin (kath.net/pl) Der frühere Pfarrer von St. Marien (Reinickendorf/Berlin) wurde von Berliner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki „aufgefordert, auf sein Amt zu verzichten“. Dies gab der Berliner Generalvikar Tobias Przytarski in einer Presseaussendung des Erzbistums Berlin bekannt. Die Pfarrei St. Marien hat inzwischen einen neuen Pfarrer, dieser verlas wie vorgesehen am Sonntag das Schreiben des Generalvikars beim Gottesdienst.

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Im März 2011 war der Pfarrgemeinde St. Marien mitgeteilt worden, dass Weihbischof Matthias Heinrich eine Untersuchung gegen den damaligen Pfarrer angeordnet hatte. „Ihm wurde der sexuelle Missbrauch eines Jugendlichen in den 90er Jahren vorgeworfen. Mit Beginn des Verfahrens wurde dem Pfarrer die Ausübung des priesterlichen Dienstes untersagt“, erläuterte der Generalvikar gemäß der Presseaussendung und bedauerte, „dass dem Vorwurf nicht bereits zu einem früheren Zeitpunkt nachgegangen wurde“. „Die mittlerweile durchgeführte Untersuchung“, so Przytarski weiter, „hat ergeben, dass weder nach weltlichem noch nach kirchlichem Recht eine Straftat vorgelegen hat, wohl aber ein schwerer Verstoß gegen den priesterlichen Dienst. Unser Erzbischof hat deshalb disziplinarrechtliche Maßnahmen angeordnet“.

Stefan Förner, Pressesprecher des Erzbistums Berlin, erklärte gegenüber KATH.NET, dass gegenüber dem früheren Pfarrer von St. Marien „zunächst disziplinarische Maßnahmen festgelegt“ wurden, weiteres „ist noch nicht entschieden“.

Nach Angaben der „Berliner Morgenpost“ lag der Untersuchung der Vorwurf sexuellen Missbrauchs in den 90-iger Jahren an einem damals 16-Jährigen zugrunde, als der verantwortliche Priester noch Kaplan der Rosenkranz-Basilika in Berlin-Steglitz gewesen war. Der junge Mann hatte sich offenbar erst im Frühling 2011 zur Anzeige entschlossen.






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