04 Juni 2012, 07:40
Wenn der Zeitgeist einzieht: Evangelische Jugend verteilt Kondome
 
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An einem evangelischen Jugendkirchentag nehmen 13- bis 18-Jährige teil - Evangelischer Fachverband für Sexualethik und Seelsorge übt scharfe Kritik. Die Verteilaktion soll auch für die volle Aktzeptanz homosexueller Paare werben.

Michelstadt (kath.net/idea) Auf scharfe Kritik stößt die geplante Verteilung von Kondomen auf dem hessen-nassauischen Jugendkirchentag, der vom 7. bis 10. Juni in Michelstadt (Odenwald) stattfindet. Zu dem Treffen unter dem Motto „Höhepunkte erleben“ werden 3.000 bis 4.000 Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren erwartet. Auf den Kondomverpackungen soll das Motto aufgedruckt sein, heißt es in einer Pressemitteilung der Evangelischen Jugend in Hessen und Nassau. Auf „lustvolle Weise“ wolle man auf die Sexualität als Tabuthema in der Kirche hinweisen. Die Vorstandsmitglieder der Evangelischen Jugend werden der Ankündigung zufolge bei der Verteilaktion von zwei „Drag Queens“ unterstützt. Das sind Männer, die sich künstlerisch überzeichnet als Frauen ausgeben. Die Verteilaktion solle für die volle Akzeptanz homosexueller Paare in Kirche und Gesellschaft werben, vor sexuellen Ansteckungen durch ungeschützten Geschlechtsverkehr und vor der Immunschwäche AIDS warnen, so die Kirchenjugend. Ein weiteres Anliegen sei Werbung für die Jugendarbeit. Weiter heißt es: „Nach evangelischer Auffassung gehört Sexualität untrennbar zum Leben dazu. Sie soll und darf gelebt werden.“ Die Veranstalter gehen davon aus, dass auf einem Jugendkirchentag „sexuelle Kontakte stattfinden, aber kein Thema sind“. Dadurch sei die Gefahr ungeschützten Geschlechtsverkehrs gegeben.

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3.000 Kondome besorgt

Dass die Verteilaktion als Aufruf verstanden werden könnte, sexuelle Gelegenheitskontakte aufzunehmen, weist die Evangelische Jugend zurück. Das sei „ein Missverständnis“. Wie der Geschäftsführer der Evangelischen Jugend, Jochen Ruoff (Darmstadt), gegenüber idea sagte, habe man 3.000 Kondome besorgt: „Aber die werden wir sicher nicht alle verteilen.“ Den Einwand, dass 13-Jährige zu jung für Sex seien, weist er als unbegründet zurück.

Weißes Kreuz: Sex gehört in die Ehe

Kritik an der Verteilaktion kommt vom Evangelischen Fachverband für Sexualethik und Seelsorge, Weißes Kreuz (Ahnatal bei Kassel). „Nach biblischen Verständnis gehört Sex ausschließlich in die Ehe“, sagte dessen Generalsekretär Rolf Trauernicht. Zu einer verantwortungsbewussten und gesunden Sexualität gehöre es, mit dem Geschlechtsverkehr bis nach der Eheschließung warten zu können und so auch Treue einzuüben. Er ärgere sich darüber, „was in der Kirche abgeht“. Die Botschaft dahinter der Verteilaktion laute, dass es völlig normal sei, bereits mit 13 Jahren Sex zu haben: „Und das ist es sicherlich nicht.“ Auch dass Homosexualität eine mögliche Schöpfungsvariante sei, decke sich nicht mit der Bibel. Doch es werde immer schwieriger, darauf hinzuweisen, weil Homosexuelle „eine starke Lobby auch in der Kirche haben“.

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