
Washington (kath.net/idea)
Tödlich ist ein Glaubenswagnis eines US-amerikanischen Pfingstpastors ausgegangen: Der 44-jährige Mark Randall Wolford (Matoaka/Bundesstaat West Virginia) starb am Biss einer Klapperschlange, die er am 27. Mai in einem Gottesdienst in die Hand genommen hatte. Seit etwa 100 Jahren praktizieren einige Pfingstgemeinden im Südosten der USA das „Schlangenaufheben“ als Glaubensübung. Sie berufen sich auf Jesusworte aus dem Neuen Testament. Im Markus-Evangelium (16,17) heißt es: „Die Zeichen aber, die denen folgen werden, die glauben, sind diese: in meinem Namen werde sie böse Geister austreiben, in neuen Zungen reden, Schlangen mit den Händen hochheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird’s ihnen nicht schaden.“ Eine ähnliche Stelle findet sich im Lukas-Evangelium (10,19): „Seht, ich habe euch Macht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten, und Macht über alle Gewalt des Feindes; und nichts wird euch schaden.“
Pastor hielt Giftschlangen als „Haustiere“
Wie die Zeitung Washington Post berichtet, hielt Wolford mehrere Giftschlangen als „Haustiere“. Als er 15 Jahre alt war, musste er erleben, wie sein Vater – ebenfalls Pastor – in einem Gottesdienst an einem Schlangenbiss starb. Wolford war Pastor der Gemeinde „Haus des Herrn Jesus“ in dem rund 300 Einwohner zählenden Ort Matoaka. Die Gemeinde praktiziert nach eigener Darstellung nicht nur das Gebet in fremden „Zungen“ und übernatürliche Krankenheilungen, sondern auch Dämonenaustreibung und Schlangenaufheben. Das habe Jesus seinen Nachfolgern versprochen: „Das gilt. Ohne Ausnahme.“
Sozialpsychologe: Mindestens 100 Todesfälle
Der Professor für Sozialpsychologie Ralph Hood (Chattanooga/Bundesstaat Tennessee) hat sich intensiv mit diesen Glaubenspraktiken beschäftigt. Nach seinen Angaben gibt es in den USA mindestens 100 dokumentierte Todesfälle nach rituellen Schlangenbissen. Viele Mitglieder solcher Gemeinden hätten dadurch auch Finger verloren. Sie erlägen der falschen Vorstellung, dass die Bibel meine, Christen könnten sich ohne Folgen von Giftschlangen beißen lassen. Doch gehe es nicht um Magie, sondern um Gehorsam gegenüber Gott. Das wüssten auch die Gemeinden, die das Schlangenaufheben praktizieren. Hood: „Viele Familien haben Angehörige, die durch Schlangen verletzt oder getötet worden sind.“
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