24 Mai 2012, 15:06
Wirbel um Flugblatt über die Heilungsmöglichkeit von Homosexualität
 
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Das ZdK distanziert sich von einem Flugblatt einer katholischen Ärztevereinigung, das beim Katholikentag verteilt wurde und kündigt an, dass man 2014 in Regensburg das Schriftenmaterial vorher begutachten möchte

Bonn (kath.net)
Das Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK) hat sich am Mittwoch von einem Flugblatt des Bundes Katholischer Ärzte (BKÄ) beim Katholikentag in Mannheim distanziert. Die Ärztevereinigung hatte einen offiziellen Stand auf der Kirchenmeile und hatte dort mit einem Flugblatt für Aufsehen gesorgt. Das ZdK stellte zuerst fest, dass eine Prüfung der zur Verteilung gebrachten Flugblätter u.a. wurde seitens des Katholikentags nicht vorgenommen wurde, weil diese grundsätzlich nicht stattfinde.

Die Ärztevereinigung hatte beim Katholikentag ein Flugblatt mit verschiedenen Thesen verteilt, in dem unter anderem mögliche Ursachen für Homosexualiät thematisiert wurde. Die Rede ist unter anderem von "frühkindlicher psychologischer Entwicklungsstörung" oder familiärer Störung in der Kindheit. Dann wurde versucht, Homosexualität zu definieren. Laut BKÄ ist dies keine 'Krankheit' im negativen Sinn, sondern eine psychische Störung mit unterschiedlicher Ausprägung.

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Für heiße Diskussion sorgt dann die Möglichkeiten der Therapieansätze. Hier spricht die Ärztevereinigung von ärztlichen Ansätzen und erklärt, dass es sowohl psychotherapeutische (Psychotherapie, Logotherapie) als auch homöophatische Ansätze (Nosoden, Konstitutionstherapie) gäbe. Auch von geistlichen Möglichkeiten (Beichte, Sakramente) ist die Rede.

Das Flugblatt sorgte beim Katholikentag für stundenlange Proteste von Homo-Gruppen und später sogar für einen Polizeieinsatz und jetzt für die Distanzierung des ZdK mit folgenden Worten: "Der Katholikentag distanziert sich von der in den Publikationen des BKÄ vorgenommenen Definition von Homosexualität als einer therapiebedürftigen und therapiefähigen psychischen Störung." Behauptet wird vom ZdK dann, dass diese Definition nicht der "gültigen katholischen Lehre" (!) entspräche. Auch seien mehrere Aussagen in den Druckschriften laut ZdK diskriminierend gegenüber homosexuellen Menschen.

Interessant ist dann die Ankündigung, dass, falls der BKÄ auch bei künftigen Katholikentagen einen Infostand betreiben wollen, dies nicht ohne vorherige Prüfung (!) des Schriftenmaterials möglich sein werde. Damit stellt sich natürlich für nicht wenige Katholiken die Frage, ob das ZdK in Regensburg auch andere Schriften von anderen Infoständen überprüfen wird, ob diese wirklich katholisch sind.

LINKHINWEISE:

Bund Katholischer Ärzte

Ex-Gay-Bewegung NARTH

Moraltheologie Dr. Josef Spindelböck - Die sittliche Beurteilung von Homosexualität

Zeugnis eines Ex-Gay-Aktivisten





IM WORTLAUT - Der Katechismus über Homosexualität":

2357 „Homosexuell sind Beziehungen von Männern oder Frauen, die sich in geschlechtlicher Hinsicht ausschließlich oder vorwiegend zu Menschen gleichen Geschlechtes hingezogen fühlen. Homosexualität tritt in verschiedenen Zeiten und Kulturen in sehr wechselhaften Formen auf. Ihre psychische Entstehung ist noch weitgehend ungeklärt. Gestützt auf die Heilige Schrift, die sie als schlimme Abirrung bezeichnet, hat die kirchliche Überlieferung stets erklärt, ‚dass die homosexuellen Handlungen in sich nicht in Ordnung sind’ (CDF, Erkl. ‚Persona humana’ 8). Sie verstoßen gegen das natürliche Gesetz, denn die Weitergabe des Lebens bleibt beim Geschlechtsakt ausgeschlossen. Sie entspringen nicht einer wahren affektiven und geschlechtlichen Ergänzungsbedürftigkeit. Sie sind in keinem Fall zu billigen.“

2358 „Eine nicht geringe Anzahl von Männern und Frauen haben tief sitzende homosexuelle Tendenzen. Diese Neigung, die objektiv ungeordnet ist, stellt für die meisten von ihnen eine Prüfung dar. Ihnen ist mit Achtung, Mitgefühl und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgend einer Weise ungerecht zurückzusetzen. Auch diese Menschen sind berufen, in ihrem Leben den Willen Gottes zu erfüllen und, wenn sie Christen sind, die Schwierigkeiten, die ihnen aus ihrer Verfasstheit erwachsen können, mit dem Kreuzesopfer des Herrn zu vereinen.“

2359 „Homosexuelle Menschen sind zur Keuschheit gerufen. Durch die Tugenden der Selbstbeherrschung, die zur inneren Freiheit erziehen, können und sollen sie sich – vielleicht auch mit Hilfe einer selbstlosen Freundschaft –, durch das Gebet und die sakramentale Gnade Schritt um Schritt, aber entschieden der christlichen Vollkommenheit annähern.“


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