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Diözese Rottenburg und ihr Caritasverband gegen Kinderbetreuungsgeld

23. Mai 2012 in Deutschland, 31 Lesermeinungen
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Caritas des Bistums Rottenburg-Stuttgart behauptet: 'Ein Kitabesuch stärkt biografische Erfolgsfaktoren, daher sei der Ausbau der Betreuungsplätze für unter Dreijährige ohne Alternative.'


Rottenburg/Stuttgart (kath.net/PM) „Die Diözese Rottenburg-Stuttgart und ihr Caritasverband wenden sich entschieden gegen das geplante Betreuungsgeld.“ Das ließ die Diözese in einer Aussendung verlauten. Wörtlich schreiben Diözese und Caritasverband am Dienstag: „Sozial- und Familienpolitik sollten die Bildungschancen von Kindern erhöhen und die Chancengleichheit von Frauen stärken. Ein qualitativer Ausbau der Kitaplätze sei dafür geeigneter als ein wenig Betreuungsgeld.“

Die Alternative „Betreuungsgeld oder Kitaplatz“ kritisierte Ordinariatsrätin Irme Stetter-Karp, Leiterin der Hauptabteilung Caritas, als zu starr und als familienpolitischen Fehler. Das Betreuungsgeld verhindere intelligente Lösungen in der Kleinkindbetreuung und Berufschancen von Müttern. „Damit droht vielen Frauen Armut im Alter.“


Nach Überzeugung von Stetter-Karp hilft ein Betreuungsgeld jenen Frauen nicht, die auf einen Verdienst nach dem ersten Jahr der Elternzeit angewiesen sind. Als Verdienstausgleich sei es zu gering. So ermögliche es besonders Eltern mit geringem Einkommen keine Wahlfreiheit. Eltern mit Hartz IV-Einkommen hätten - nach der aktuellen politischen Debatte - wenig von dem Betreuungsgeld, da es auf das Einkommen der Eltern angerechnet werden soll.

Einen Platz in der Krippe oder der Kindertagesstätte sehen Diözese und Caritas gerade für Kinder aus sozial schwachen Familien als Chance, in frühen Jahren nachhaltig gefördert zu werden. „Ein Kitabesuch stärkt biografische Erfolgsfaktoren“, sind Stetter-Karp und Caritasdirektor Prälat Wolfgang Tripp überzeugt. Daher sei der Ausbau der Betreuungsplätze für unter Dreijährige ohne Alternative.

Das Betreuungsgeld dagegen mindere die Chancen von Frauen am Arbeitsmarkt; der beste Schutz vor Armut sei eine kontinuierliche Erwerbsbiografie. Besonders Frauen in ländlichen Gebieten hätten des schwer, ihre Existenz eigenständig zu sichern.

Diözese und Caritasverband sehen im Betreuungsgeld keine Alternative zum Kitabesuch. Eine qualifizierte außerfamiliäre Betreuung biete Kindern wichtige Lern- und Erfahrungsräume. „Sprachliche Förderung und Integration in frühen Lebensjahren können ihrer Biografie eine wichtige Wendung zu einem selbstbestimmten Leben geben“, so Tripp. Alle Erfahrungen aus den Beratungsstellen der Caritas würden belegen, dass ein Kitabesuch komplementär zum familiären Umfeld die individuellen Entwicklungschancen der Kinder beeinflusse.

Dem widersprach der Kölner Kardinal Joachim Meisner. Gegenüber dem «Bonner General-Anzeiger» und der «Kölnischen Rundschau» hat er sich für das Betreuungsgeld (monatlich 150 Euro) ausgesprochen, da Eltern die Möglichkeit geboten werden müsse, ihre Kinder zu Hause zu betreuen.

Kontakt: Caritas Stuttgart


Dazu ein kathshop-Buchtipp: Kinder brauchen Mütter

Foto: (c) www.drs.de


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