
Köln (kath.net/KNA) Der Kölner Weihbischof Heiner Koch sieht Grenzen für den Dialogprozess in der katholischen Kirche. In manchen immer wiederkehrenden Diskussionspunkten habe das katholische Lehramt klare Entscheidungen getroffen, die Glaubensgehorsam verlangten, schreibt Koch in einem Beitrag für die Kölner Kirchenzeitung (Freitag). «Es ist frustrierend und uneffektiv, längst entschiedene Sachverhalte zum wiederholten Male zu thematisieren.»
In der katholischen Kirche habe der Papst mit den Bischöfen im Lehramt eine undelegierbare Verantwortung für die authentische katholische Lehre, betonte der Weihbischof. Im Dialog sei es sinnvoller, von vornherein klare gegebene Grenzen zu benennen «und nicht Scheindiskussionen zu führen». Koch rief dazu auf, die Kräfte in Themen zu investieren, «die in der Entscheidungs- und Gestaltungsmöglichkeit unseres Erzbistums liegen».
Der Weihbischof warnte vor «psychologischen Konsequenzen» einer dauerhaften Diskussion über sogenannte Reizthemen wie den Zölibat. Viele junge Menschen trauten sich nicht, diesen Weg gegen die weit verbreitete öffentliche Meinung auch in der Kirche einzuschlagen. Im Dialogprozess sollte die Frage erörtert werden, wie junge Menschen motiviert werden könnten, die ehelose Lebensform «auch gegen den Strom der Zeit» einzugehen.
Nach den Worten Kochs führen manche Diskussionen zu Aggressionen, weil ihnen zutiefst unterschiedliche und oft unvereinbare Kirchenverständnisse gegenüberstünden. «Ein produktiver, kreativer Gesprächsprozess in unserem Erzbistum wird nur möglich sein auf der Grundlage unseres gemeinsamen Glaubens und unseres gemeinsamen Verständnisses unseres Kirche-Seins», so der Weihbischof.
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Foto Weihbischof Heiner Koch: (c) Erzbistum Köln
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