16 Mai 2012, 12:21
Echte Freiheit ist Geschenk des Heiligen Geistes
 
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Benedikt XVI.: das Gebet in den Paulusbriefen. Der alltägliche Atem im Beten des Menschen. Appell für die Familie. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Freiheit bedeutet nicht, tun und lassen zu können, was man will. Ebenso wenig schließt sie die Möglichkeit der Entscheidung zum Bösen ein. Dies erklärte Papst Benedikt XVI. in seiner Katechese zur traditionellen Generalaudienz vor rund 25.000 Pilgern und Besuchern auf dem Petersplatz. Der Papst setzte seine Schule des Gebets fort und führte in das Beten in den Paulusbriefen ein. Der Völkerapostel und unermüdliche Evangelisierer lehre, wie das Gebet alle Situationen des Lebens durchdringe, sowohl die persönlichen als auch die der Gemeinde, an die er sich wende. Mit dem Gebet „erfahren wir die Freiheit, die der Geist schenkt: eine echte Freiheit, die Freiheit vom Bösen und von der Sünde für das Gute und das Leben, für Gott ist“.

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Das Gebet dürfe nicht als einfaches gutes Werk vor Gott gesehen werden, als „unsere Tat“, mahnte der Papst. Das Gebet sei vor allem ein Geschenk, „Frucht der lebendigen, wirklichen, Leben gebenden Gegenwart des Vaters und Jesu Christi in uns durch den Heiligen Geist“. Im Gebet erfahre der Mensch mehr als in anderen Dimensionen des Daseins und des christlichen Lebens seine Schwäche, seine Armut, seine Geschöpflichkeit, da er vor die Allmacht und die Transzendenz Gottes gestellt sei. Je mehr der Mensch im Hören Gottes und im Gespräch mit ihm voranschreite, damit das Gebet der tägliche Atem seiner Seele werde, desto mehr nehme er den Sinn seiner Grenze wahr, nicht allein angesichts der konkreten Situationen des Alltags, sondern auch in seiner Beziehung mit dem Herrn: „So wächst in uns das Bedürfnis, sich ihm immer mehr anzuvertrauen“.

Eine weitere Folge des Wirkens des Geistes Christi in uns als Leiter unseres Gebets bestehe darin, dass die Beziehung mit Gott selbst derart tief werde, dass sie von keiner Wirklichkeit oder Situation angegriffen werden könne. Auf diese Weise verstehe der Mensch, „dass wir mit dem Gebet von den Prüfungen oder Leiden nicht befreit sind. Doch wir können sie in Einheit mit Christus leben, mit seinen Leiden, in der Perspektive, auch an seiner Herrlichkeit Anteil zu nehmen“. Oft bitte der Mensch in seinem Beten Gott, von einem leiblichen oder geistlichen Übel befreit zu werden, und er tue dies mit großem Vertrauen. Dennoch habe der Mensch oft den Eindruck, unerhört zu bleiben. So laufe er Gefahr, mutlos zu werden und nicht auszuharren. Tatsächlich aber „gibt es keinen Schrei des Menschen, den Gott nicht hört“, so Benedikt XVI.

Die Antwort Gottvaters an den Sohn sei nicht seine unmittelbare Befreiung von den Leiden, vom Kreuz, vom Tod gewesen. Gerade durch das Kreuz und den Tod als Ausdruck der höchsten Liebe habe Gott jenseits aller menschlichen Erwartung mit der Auferstehung des Sohnes geantwortet. Das vom Heiligen Geist beseelte Gebet „bringt auch uns dazu, jeden Tag den Weg des Lebens mit seinen Prüfungen und Leiden in der vollen Hoffnung und im Vertrauen auf Gott zu leben“, so der Papst.

Das Gebet des Gläubigen öffne sich auch für die Dimensionen der Menschheit und der ganzen Schöpfung, da es nie in sich selbst verschlossen bleibe, sondern sich immer für das Teilen der Leiden unserer Zeit öffne. Auf diese Weise werde das Gebet zur Fürsprache für die anderen, „Kanal der Hoffnung für die ganze Schöpfung“.

Am Ende der Generalaudienz richtete Benedikt XVI. einen Appell für die Familie, deren internationaler Welttag am gestrigen 15. Mai begangen wurde und der dieses Jahr den Themen „Familie und Arbeit“ gewidmet war. Die Arbeit dürfe für die Familie kein Hindernis sein, so der Papst, sondern müsse sie vielmehr stützen und einen und ihr helfen, „sich für das Leben zu öffnen und in Beziehung mit der Gesellschaft und der Kirche zu treten: „Ich hoffe des weiteren, dass der Sonntag, Tag des Herrn und Pascha der Woche, ein Tag der Ruhe sowie die Gelegenheit sei, die familiären Bande zu stärken“.


Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Von Herzen grüße ich die Pilger und Besucher aus den Ländern deutscher Sprache wie auch die Schüler aus den Niederlanden. Besonders danke ich auch der Blaskapelle von Dettingen für das schöne »Großer Gott«. Herzlichen Dank! Der Heilige Geist stärke und entflamme unser armseliges Gebet, er schenke uns die wahre Freiheit und das Licht, das Gute zu erkennen. Er geleite euch auf allen euren Wegen.

kathTube: Katechese in deutscher Sprache und Begrüßung der Gruppen




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