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Kardinal Meisner nimmt Reliquie der Heiligen Helena entgegen

14. Mai 2012 in Deutschland, 2 Lesermeinungen
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Der Trierer Bischof Stephan Ackermann überreichte dem Metropoliten von Köln eine aus dem Haupt der heiligen Helena abgetrennte Reliquie, die im Bonner Münster ihren Platz finden soll.


Trier (kath.net/pbt) Schon zum dritten Mal während der Heilig-Rock-Wallfahrt besuchte der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner das Bistum Trier - zum Eröffnungsgottesdienst, bei einer Tagung des Deutschen Liturgischen Instituts und am letzten Wallfahrtssamstag, 12. Mai, an der Spitze einer rund 1.000 Pilger zählenden Gruppe aus dem Erzbistum Köln. Seinen dritten Besuch beendete er nicht mit leeren Händen: Der Trierer Bischof Stephan Ackermann überreichte dem Metropoliten der Kirchenprovinz Köln eine aus dem Haupt der heiligen Helena abgetrennte Reliquie, die im Bonner Münster ihren Platz finden soll. Mit der Schenkung knüpft das Trierer Domkapitel an die gemeinsame Verehrung der Mutter Kaiser Konstantins in Trier und Bonn an, wo Helena die Kirche St. Cassius und Florentius gestiftet haben soll. „Es erfüllt die Trierer Kirche mit Freude, die Reliquie an das Bonner Münster zu übergeben“, sagte der Trierer Dompropst Werner Rössel. Die Übergabe fand im Rahmen eines Pontifikalamtes in der ehemaligen Reichsabtei St. Maximin statt, das vom Kölner Weihbischof Dr. Dominikus Schwaderlapp, Generalvikar Prälat Dr. Stefan Hesse und dem Bonner Stadtdechant Monsignore Wilfried Schumacher konzelebriert wurde.


In seiner Begrüßungsansprache erinnerte Bischof Ackermann an die historische Bedeutung der früheren Reichsabtei: „Vor 500 Jahren ist Kaiser Maximilian I. als Büßer barfuss zu dieser Abtei gepilgert.“ Am Trierer Reichstag 1512, der zur ersten Ausstellung des Heiligen Rockes führte, habe eine starke Kölner Delegation teilgenommen: „Der Kaiser stellte damals 400 Berittene, die Kölner 100, die Trierer immerhin noch 60 Berittene“, rief der Bischof in Erinnerung und wünschte den Pilgern einen gesegneten und bestärkenden Wallfahrtstag. Kardinal Meisner griff diese Anekdote auf: „Vor 500 Jahren war die gottgewollte Ordnung noch intakt: Köln kam direkt nach dem Kaiser.“ In seiner Predigt ging der Kardinal auf die Bedeutung der Tunika als Leibrock Jesu ein. Er erinnerte an dessen Demütigung, die der Kreuzigung vorausging: „Zum Schluss blieb Jesus nur noch der Leibrock, aber auch der wurde ihm genommen, und er wurde den schamlosen Blicken der Menschen ausgeliefert.“ Die Christen sollten sich mit Christus „so selbstverständlich bekleiden wie mit unserer Alltagskleidung“, forderte der Kardinal. Er mahnte an, dass nur noch 15 Prozent der deutschen Katholiken regelmäßige Gottesdienstbesucher seien, wodurch Löcher im Leibrock Christi entstünden: „Es gelingt uns in Deutschland, den Leibrock zu zerreißen.“ Kardinal Meisner hob die besondere Bedeutung des Gottesdienstes hervor: „Die Heilige Messe ist immer Teilhabe an der himmlischen Liturgie, sie bringt uns irdische Erdenpilger zur Schönheit Gottes.“ Von der Wallfahrt erhoffte sich der Kardinal ein Zeichen der Ermutigung: „Wir müssen alle gestärkter vom Heiligen Rock nach Hause gehen, als wir gekommen sind.“ Der Glaube lasse die Menschen selbstbewusst durch die Welt gehen: „Wir sind zeugen der Schönheit Gottes, von der die meisten Zeitgenossen noch überhaupt keine Ahnung haben.“

Nach dem Gottesdienst zogen die rund 1.000 Kölner Pilger, darunter zahlreiche Angehörige des Stadtdekanates Bonn, in einer Prozession zum Heiligen Rock. „Ich war noch nie in Trier, deshalb habe ich mich dieser seltenen Wallfahrt angeschlossen“, erklärte Annette Talleur aus Bonn ihr Motiv für die Teilnahme. Sie sieht im Heiligen Rock „ein Symbol für die Einheit der Christenheit, aber auch innerhalb der Familie, der Gesellschaft und, vor allem mit Blick auf die Spannungen in der Europäische Union, innerhalb der Politik“.

Erzbischof Meisner wird die Helena-Reliquie im Rahmen eines Pontifikalamtes am 24. August um 18 Uhr ihrem Bestimmungsort, dem Bonner Münster, übergeben. Die Reliquie soll im Altar der Bonner Stadtpatrone Cassius und Florentius eingesetzt werden. Damit schließt sich für Bonn ein Kreis der Verehrung der heiligen Helena, die mit der Übertragung ihrer Gebeine 1135 begonnen hatte. 1587 gingen die Gebeine im Zuge von Plünderungen verloren. Das Trierer Domkapitel ist zu dem Pontifikalamt eingeladen und kann fast 500 Jahre nach dem Verlust der ursprünglichen Reliquie der Rückkehr Helenas beiwohnen.

Foto Bischof Ackermann übergibt die Reliquie an Kardinal Meisner: © Bistum Trier


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