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04 Mai 2012, 11:31
Thierse: Vatikan wird Piusbrüdern nicht nachgeben

Bundestagsvizepräsident: Kurienkardinal Kurt Koch habe ihm versichert, dass die Piusbrüder die Autorität des Lehramtes und damit des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962 - 1965) anzuerkennen hätten.

Rom (kath.net/KNA) Laut Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse wird der Vatikan bei seinen Einigungsbemühungen mit der traditionalistischen Piusbruderschaft nicht von zentralen Lehraussagen der Kirche abrücken. Nach Gesprächen im Vatikan sei er «beruhigt», sagte der SPD-Politiker und Katholik der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Donnerstag in Rom. Kurienkardinal Kurt Koch habe ihm versichert, dass die Piusbrüder die Autorität des Lehramtes und damit des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962 - 1965) anzuerkennen hätten. Auch bei dem «besonders sensiblen» Verhältnis zum Judentum und dem Bekenntnis zur Religionsfreiheit gebe es «kein Zittern und Zaudern seitens des Vatikan» zitiert Thierse den vatikanischen Ökumeneminister. Dies seien «Essentials, bei denen der Vatikan nicht nachgeben werde».

Der SPD-Politiker forderte außerdem ein stärkeres Engagement der afrikanischen Länder und der Vereinten Nationen für verfolgte Christen in Nigeria. Von Kurienkardinal Peter Turkson habe er erfahren, dass es schwierig sei, den von der gewalttätigen Gruppe Boko Haram attackierten Christen «von außen» Hilfe zu leisten. Die UN müssten sich mit der Verfolgung von christlichen Minderheiten befassen; die katholische Kirche sei an ihre Grenzen gekommen.

Thierse kündigte an, dass es im kommenden Jahr eine mehrtägige Dialogveranstaltung des Vatikan mit Nichtglaubenden in Berlin geben soll. Berlin sei als gleichzeitig sehr säkulare und multireligiöse Stadt ein «besonders spannender Ort» für das Gespräch der katholischen Kirche mit anderen Weltanschauungen. Die
Gesprächsinitiative des päpstlichen Kulturrats mit dem Titel «Vorhof der Völker» fand bereits in Paris, Bologna, Budapest, Rom, Tirana und zuletzt in Palermo statt.

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