01 Mai 2012, 08:30
Kapellari: Fundament in Rom 'trägt durch alle Stürme'
 
Hildegard13
 
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Grazer Bischof predigt vor Mitgliedern der Päpstlichen Sozialakademie - Katholische Kirche hatte mit Johannes XXIII. und Johannes Paul II. "Propheten" an der Spitze

Rom (kath.net/KAP) Das von Petrus und Paulus in Rom gelegte "Fundament trägt durch alle Stürme und Brüche der Geschichte hindurch bis heute und wird auch in Zukunft tragen": Das sagte der Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari am Montag vor Mitgliedern der Päpstlichen Akademie für Sozialwissenschaften, die seit Freitag im Vatikan u.a. zu der 1963 erschienenen Enzyklika Papst Johannes XXIII. "Pacem in terris" tagt.

Die Eucharistiefeier am Montag im Petersdom "nahe am Grab des heiligen Petrus" war für Bischof Kapellari Anlass, an die Öffnung der christlichen Urgemeinde in Jerusalem auf die Welt hin zu erinnern. Mit dem "Völkerapostel" Paulus sei der christlichen Mission eine "zusätzliche große Dynamik gegeben" worden. Die Wege beider Apostel hätten im Zentrum des Römischen Imperiums ihre Vollendung gefunden, so Kapellari in seiner Predigt.

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Rom sei dadurch Mittelpunkt der globalen christlichen Kirche geworden. Die katholische Kirche mit dem Nachfolger Petri an der Spitze und mehr als einer Milliarde Katholiken ist nach den Worten Kapellaris "so etwas wie die große starke Mitte" zwischen den Kirchen des Ostens und den aus der Reformation hervorgegangenen Kirchen geworden.

Benedikt XVI. ein "globaler Denker"

Ein Präsident des "Club of Rome" habe einmal die katholische Kirche als "das älteste Globalinstitut der Erde mit einem Propheten an der Spitze" bezeichnet. Dieses auf Papst Johannes Paul II. gemünzte Wort gelte auch für Benedikt XVI. als einem "globalen Denker, Interpret der Gegenwart und Wegweiser in die Zukunft der Kirche und der Menschheit", sagte Kapellari.

Prophetisch sei besonders auch Papst Johannes XXIII. gewesen, sowohl durch die Einberufung des Zweiten Vatikanischen Konzils als auch durch seine Enzyklika "Pacem in terris". Kapellari: "Diese Enzyklika hat die Herzen vieler Menschen weit über die Kirche hinaus bewegt, und sie ist nun nicht nur ein Dokument für gestern, sondern auch für heute und morgen". Nicht umsonst bilde sie das Generalthema für die diesjährige Plenarsitzung der Päpstlichen Sozialakademie.

Im Blick auf das Evangelium der Eucharistiefeier ging der Grazer Bischof auf das Bildwort vom guten Hirten aus dem Johannesevangelium ein. "Jeder von uns und auch wir alle gemeinsam sind berufen zum Dienst des Hirten nach dem Beispiel Christi, der für die ihm Anvertrauten eine gute Weide und Quellen frischen Wassers sucht", so Kapellari vor dem kirchlichen Sozialexperten. Die Bibel sei voll von Erzählungen über Menschen, "die wirklich Mitmenschen waren und nicht ein 'homo homini lupus' (dem Menschen ein Wolf)". Vor allem mit der Bergpredigt habe Jesus eine ethische und auch spirituelle Dynamik in Gang gebracht, die die Kirche bis heute bewege. Diese Dynamik komme auch in den Grundsätzen der katholischen Soziallehre zu Wort und sei ein beständiger Impuls für das Denken und Tun der Päpstlichen Sozialakademie, schloss Kapellari.

Tagung befasst sich auch mit Eurokrise

Die 1994 von Papst Johannes Paul II. gegründete Akademie dient als Think Tank für die Weiterentwicklung der katholischen Soziallehre. Ihr gehören rund 40 Sozialwissenschaftler und Juristen an; unter ihnen sind auch Angehörige anderer Religionen. Bei der jetzigen Vollversammlung geht es u.a. auch um die Eurokrise. Referate hielten u.a. der Münchner Erzbischof und frühere Professor für Christliche Gesellschaftslehre, Reinhard Marx, der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi und der ehemalige deutsche Bundesbankchef Hans Tietmeyer.

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